Brüssel nimmt Händlerverträge von BMW und VW ins Visier

19. August 2003, 15:12
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Rechtswidrige Inhalte rufen EU-Kommissar Monti auf den Plan

Oberpfaffenhofen - Zwischen EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti und einigen europäischen Autoherstellern bahnt sich nach einem Vorausbericht der "Automobilwoche" ein neuer Streit um die neuen Händlervertrage an. Wenige Wochen vor Ablauf einer Übergangsfrist hat Monti BMW, Volkswagen, Audi und PSA Peugeot Citroen aufgefordert, schriftliche Stellungnahmen zu den neuen Händlerverträgen abzugeben.

Hintergrund sind Beschwerden der Händler, wonach die betroffenen Hersteller rechtswidrige Inhalte in den neuen Händlerverträgen verankert hätten. So moniert der europäische BMW-Händlerverband, dass BMW den Mehrmarkenhandel behindern wolle. Der deutsche Händlersprecher Peter Enders: "Hauptkritikpunkt aus unserer Sicht ist jedoch die Vermischung von Vertrieb und Service, die Händlermarge hängt nun zum Teil von Servicekriterien ab." BMW habe zwar bestätigt, dass die Kommission eine Stellungnahme angefordert habe, jedoch auf einen Kommentar verzichtet.

Bei den Beschwerden gegen die neuen Händlerverträge von VW und Audi geht es um die Konzernmarken-Regelung, die zwar erlaubt, Fremdmarken neben VW-Modellen anzubieten, nicht aber andere Fabrikate des eigenen Konzerns. Jürgen Creutzig, Präsident des europäischen Händlerverbands Cecra sagte dazu der "Automobilwoche": "Das ist absurd und eine Behinderung des Mehrmarkenverkaufs." (APA/dpa)

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