Swiss-Verlust geringer als erwartet

22. August 2003, 11:45
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Rettung hängt in der Luft - Noch kein BA-Offert für Einstieg

Basel - Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss hat im ersten Halbjahr 2003 einen geringeren Verlust eingeflogen als erwartet. Er lag bei 333 Mio. Franken (215 Mio. Euro), wie das Unternehmen am Dienstag in Basel mitteilte. Im Vergleichszeitraum 2002 war der Verlust bei 447 Mio. Franken gelegen. Marktbeobachter hatten mit einem deutlich höheren Minus gerechnet. Allerdings sind in den Zahlen Umstrukturierungskosten von über 200 Mio. Franken noch nicht berücksichtigt.

Pokerspiel geht weiter

Währenddessen geht das Pokerspiel um die Swiss weiter. Entgegen Schweizer Medienberichten vom Wochenende hat Britisch Airways bis Montag keine Offerte für einen Einstieg bei Swiss vorgelegt. Der andere mögliche Interessent, die deutsche Lufthansa, hat sich bisher offiziell nicht geäußert.

Swiss, die für das nächste Jahr zusätzliches frisches Geld braucht, ist nach Einschätzung von Firmenchef Andre Dose langfristig im Alleingang nicht überlebensfähig. Sie muss sich an eine andere Gesellschaft anlehnen oder mindestens Mitglied einer Allianz werden.

BA nicht übermässig interessiert

Britisch Airways (BA) machte am Montag allerdings klar, dass die Briten nicht übermässig an einer Swiss-Beteiligung interessiert sind. "Wir versuchen nicht aktiv, in Swiss zu investieren ... unser Fokus liegt auf unserem Kerngeschäft", sagte eine BA-Sprecherin. Ein Beitritt der Swiss zu der von BA geführten Luftfahrtallianz oneworld scheint aber möglich. Dabei ist allerdings nicht sicher, ob ein solcher Beitritt langfristig das Überleben der Swiss sichern würde.

Flexibler gibt sich Berichten zufolge die Lufthansa. Dort gilt nach Angaben aus Analystenkreisen die Einschätzung, dass eine Beteiligung an der Swiss möglich ist, wenn sie wirtschaftlich Sinn macht. Die Schweizer "SonntagsZeitung" berichtete in ihre jüngsten Ausgabe, ein Entwurf für eine Grundsatzvereinbarung, die eine Übernahme der Swiss zum Gegenstand habe, liege in Frankfurt vor. Offiziell nimmt die Lufthansa zu Spekulationen nicht Stellung.

Mehr Informationen zur wirtschaftlichen Lage der Swiss und ihren Plänen und Aussichten dürfte der für den Dienstag angekündigte Halbjahresbericht bringen. Neben den Zahlen werden auch Angaben zu einem bereits angekündigten neuen Business-Plan erwartet.

(APA/Reuters/dpa)

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