Rebellen gewähren Hilfsorganisationen freien Zugang

19. August 2003, 10:21
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Forderung nach Posten des Vizepräsidenten fallengelassen

Accra/Monrovia - Die liberianische Regierung hat am Sonntag mit den zwei größten Rebellengruppen des Landes ein Abkommen über den freien und sicheren Zugang von Hilfsorganisationen geschlossen. Wie ein AFP-Korrespondent aus der ghanaischen Hauptstadt Accra berichtete, sichern die Vertreter der Rebellenorganisationen LURD und MODEL darin den umgehenden Zugang zu humanitärer Hilfe in den von ihnen kontrollierten Gebieten zu.

Liberia steht zu vier Fünfteln unter der Kontrolle der beiden Gruppen, der liberianschen Armee bleibt nur ein kleiner Teil im Zentrum des westafrikanischen Landes. In dem Abkommen verpflichten sich die drei Vertragspartner zudem, die Sicherheit aller Mitglieder von Hilfsorganisationen zu gewährleisten, denen bisher nur die liberianische Hauptstadt Monrovia zugänglich ist.

Der UNO-Beauftragte für Liberia, Jacques Klein, nannte das Abkommen einen "Test für die Ernsthaftigkeit" der Konfliktparteien. Nach Kleins Angaben soll das Abkommen am Dienstag um Mitternacht in Kraft treten.

Die LURD-Rebellen in Liberia ließen zudem ihre Forderung auf den Posten des Vizepräsidenten fallen und machten damit den Weg für eine Übergangsregierung frei. Seine Gruppe wolle der ganzen Welt beweisen, dass es ihr um eine bessere Zukunft für Liberia gehe und nicht um die Machtübernahme, erklärte George Dweh, der die größte Rebellengruppe des westafrikanischen Bürgerkriegslandes bei den Friedensverhandlungen in Ghana vertritt.

Die Unterzeichnung eines Abkommens zur Beteiligung der Bürgerkriegsparteien am politischen Wiederaufbau Liberias wurde nun möglicherweise schon für (den morgigen) Montag erwartet. Eine Übergangsregierung soll im Oktober Präsident Moses Blah ablösen, der die Regierungsgeschäfte vor rund einer Woche nach dem Rücktritt von Staatschef Charles Taylor übernommen hatte. (APA/AP)

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