Südserbien: Extremisten fordern Vereinigung von Albaner-Parteien

17. August 2003, 22:34
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Wieder Bombenexplosion in Mitrovica - Terroranschläge außerhalb des Kosovos nicht ausgeschlossen

Belgrad - Albanische Extremisten im Kosovo haben die Albaner-Parteien in Südserbien zur Bildung einer Einheitspartei aufgefordert. In den drei Gemeinden nahe an der administrativen Grenze zum Kosovo wurden die Politiker aufgefordert, sich der "Albanische Nationalarmee" (AKSh) und ihrem politischen Flügel, der "Vereinigten Front für die Nationale Vereinigung der Albaner", anzuschließen.

Alban Vjosa, Vertreter des politischen Flügels der AKSh, appellierte laut Belgrader Medienberichten an die albanische Politiker in den Gemeinden Presevo, Bujanovac und Medvedja, sich nicht von der Vorstellung einer multiethnischen Gesellschaft in Südserbien irreleiten zu lassen und sich so schnell wie möglich zu binden. Vjosa bezeichnete die drei südserbischen Kommunen als "albanische besetzte Gebiete unter serbischer Kolonisation" und erklärte, dass der AKSh-Kampf erst nach Anschluss an einen albanischen ethnischen Staat beendet sein werde.

Erneute Explosion

Dem staatlichen serbischen TV-Sender zufolge kam es am Sonntag erneut zu einer Bombenexplosion im Nordteil von Mitrovica. Eine Bombe war zum zweiten Mal innerhalb von vier Tagen in der nächsten Nähe von drei Hochhäusern explodiert, in welchen vorwiegend die albanische Volksgruppe lebt. Der Norden der Stadt wird ansonsten von der serbischen Volksgemeinschaft bewohnt.

Der Belgrader Militäranalytiker Zoran Dragisic hat indes eine Fortsetzung der Zwischenfälle im Kosovo sowie an der administrativen Grenze prognostiziert. Albanische Extremisten seien mit der Verbesserung der internationalen Stellung Serbiens unzufrieden und befürchteten, dass sie durch Verhandlungen keineswegs leicht zu einem unabhängigen Staat kommen würden, sagte Dragisic gegenüber dem Sender B-92. Er hat auch eine Ausweitung von Terroranschlägen außerhalb des Kosovo nicht ausgeschlossen. (APA)

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