Spannendes 2:2 im Wiener Derby

22. August 2003, 10:47
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Angeschlagene Austria machte einen 0:2-Rückstand wett - Erster Punkteverlust für Tabellenführer Rapid

Hütteldorf - Wie so viele Derbys in jüngster Vergangenheit ist auch der 261. Wiener Lokalschlager am Sonntag im ausverkauften Hanappi-Stadion mit einem Unentschieden zu Ende gegangen. Tabellenführer Rapid und die Austria trennten sich in einem tollen Spiel 2:2 (1:0), Grün-Weiß war gegen Violett allerdings bereits 2:0 in Front gelegen. Nach den Rapid-Treffern durch Verlaat (23./Eigentor) und Vico (59.) zeigten die Austrianer den am vergangenen Mittwoch gegen Marseille so vermissten Kampfgeist und schafften durch Rushfeldt (66.) und Verlaat (69.) noch den verdienten Ausgleich.

Neun Derbies ohne grün-weißen Sieg

Für Rapid war es nicht nur der erste Punkteverlust der laufenden Saison, sondern auch die Einstellung der schwärzesten Derby-Serie der Geschichte. Denn die Rapidler warten weiterhin seit 6. Mai 2001 oder nunmehr bereits neun Partien auf einen Sieg gegen den Erzrivalen - das hat es in der Klubgeschichte erst einmal Ende der 70er-Jahre gegeben.

Glückliche Führung

Die Partie begann in klassischer Derby-Manier - viel Kampf und Krampf, hohes Tempo, aber wenig spielerische Höhepunkte. Troyansky (3.) und der stark verbesserte Janocko (9.) deuteten die Austria-Gefährlichkeit an, die Rapidler verzeichneten einen Schuss von Wagner übers Tor (18.). In der 23. Minute verwandelte sich das Hanappi-Stadion dann in ein Tollhaus, denn Rapid glückte der Führungstreffer. Nach einem weiten Pass von Martin Hiden zog Wagner entlang der Corner-Linie aufs Tor, die Flanke des Tschechen lenkte Verlaat entscheidend ab und der Ball fiel über den chancenlosen Mandl hinweg ins Tor - 1:0.

Chancen aus der Distanz

Danach wachten die Gäste aus Wien-Favoriten richtig auf, gefährlich wurde man aber lediglich aus der Distanz. Janocko (26., Freistoß), Gilewicz (26.), Dheedene (29.) und Vastic (37., Freistoß) scheiterten aber genauso wie auf der anderen Seite Hofmann mit einem Schuss aus 20 Metern, der nur hauchdünn das Tor verfehlte (35.). In der Nachspielzeit der ersten Hälfte rettete dann Feldhofer nach Vastic-Querpass vor mehreren anstürmenden "Violetten".

Unsicherheitsfaktor Verlaat

Austria-Coach Löw setzte dann alles auf eine Karte, brachte Rushfeldt und löste die Viererkette auf. Die rasche Belohnung blieb aber aus, denn Rapid-Goalie Payer parierte einen Troyansky-Kopfball sensationell (52.). Der Ausgleich schien in der Luft zu liegen, es fiel jedoch das 2:0 für die Hütteldorfer. Verlaat, am Sonntag eher ein Unsicherheitsfaktor, denn ein sicherer Rückhalt bei der Austria, ließ sich als letzter Mann den Ball von Wagner abjagen. Wagner bediente den kurz zuvor eingewechselten Vico, der Mandl keine Chance ließ (59.).

Rasender Ausgleich

Die endgültige Entscheidung schien gefallen zu sein. Doch Austria zeigte diesmal Kämpferqualitäten, die sich bezahlt machen sollten. Zunächst schraubte sich Rushfeldt nach Janocko-Flanke völlig unbedrängt in die Höhe und drückte zum Anschlusstreffer ein (66.), ehe sogar noch der verdiente Ausgleich gelang. Nach einem Eckball von Vastic zog Janocko ab, Verlaat verlängerte aus elf Metern goldrichtig und Payer war neuerlich geschlagen (69.).

Packende Rapid-Viertelstunde

Danach befand sich die Austria im psychologischen Vorteil, doch die Rapid-Viertelstunde machte die Hickersberger-Truppe wieder stark. Rene Wagner traf per Kopf nur die Latte (79.) und Prisc verlangte Mandl aus der Distanz alles ab (93.). Den Austria-Matchball vergab Vastic per Kopf (94.). Schlussendlich blieb es beim 2:2 und dem fast schon obligatorischen Remis. Denn von den vergangenen acht Derbys endeten nicht weniger als sieben mit einer Punkteteilung. (APA)

  • Rapid Wien - Austria Wien 2:2 (1:0)
    Gerhard-Hanappi-Stadion, 18.500 (ausverkauft), SR Stuchlik

    Torfolge:
    1:0 (23.) Verlaat (Eigentor)
    2:0 (59.) Vico
    2:1 (66.) Rushfeldt
    2:2 (69.) Verlaat

    Rapid: Payer - Markus Hiden, Martin Hiden, Feldhofer, Adamski - Prisc, Hofmann (84. Martinez), Pashazadeh (67. Burgstaller), Ivanschitz - R. Wagner, Wallner (54. Vico)

    Austria: Mandl - Dospel, Afolabi, Verlaat, Dheedene (46. Rushfeldt) - Kitzbichler (89. Scharner), Troyansky, Vastic, M. Wagner - Gilewicz (66. Helstad), Janocko

    Gelbe Karten: Markus Hiden, Martin Hiden, Feldhofer bzw. Dospel, Kitzbichler, Verlaat, Troyansky

    Derby-Statistik:
    Gesamt (Meisterschaft + Cup + Supercup): 261 Spiele - 113 Rapid-Siege - 56 Remis - 92 Austria-Siege

    234 Meisterschafts-Spiele - 103 Rapid-Siege, 52 Remis, 79 Austria-Siege. 465:371 Tore

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      Violettes Sandwich (Fernando Troyansky (li), Rabiu Afolabi (re) mit grün-weißem Beigeschmack (Rene Wagner).

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      Erfreuter Nachwuchs in grün-weiß: Roman Kienast (li) nach dem 2:0 von Jovica Vico mit einem ebenso entzückten Steffen Hofmann.

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      Erleichterte Senioren nach dem Ausgleich für Violett: die Austrianer Frank Verlaat (li) und Vladimir Janocko.

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