Leere Regale in den Supermärkten

22. August 2003, 15:58
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Nach dem Mega-Blackout herrscht akuter Versorgungsmangel

New York - Tonnenweise Lebensmittel sind nach dem bisher schlimmsten Stromausfall in der Geschichte Nordamerikas im Müll gelandet, in Supermärkten und Lebensmittelläden blieben auch am Wochenende ganze Regalreihen leer. Kein Joghurt, Käse, Salat und Kuchen war in den Auslagen der Nobelkette Food Emporium in New York zu finden, stattdessen ein Schild an den Kühltruhen, in denen für gewöhnlich Fertiggerichte und Eis lagern: "Nicht berühren - Die Ware ist nicht gut."

"Frisch reingekommen"

Vor dem Milchregal beruhigte ein Lagerarbeiter die verunsicherte Kundschaft: "Nehmen Sie nur, die Milch und die Eier sind heute frisch reingekommen." Dagegen verriet bei einem Lokal unweit dem Sitz der Vereinten Nationen ein schlechter Geruch noch immer die verdorbenen Vorräte. Das ganze Wochenende waren die Mitarbeiter von "Teresa" mit Putzen beschäftigt, nachdem sie Fleisch, Käse, Brot, Milchprodukte und Gemüse weggeworfen hatten.

Gratis-Verköstigung

Großzügig zeigte sich das Nobelrestaurant "Bouley" im Stadtviertel Tribeca: Ein Teil der verderblichen Lebensmittel wurde nach dem Stromausfall am Donnerstagnachmittag auf Kunsteis gelegt, wie Geschäftsführer Michael Lawrence sagt - mit dem Rest verköstigte der Betrieb seine Mitarbeiter und Passanten. Auch im Restaurant "Jaffa's" wurde improvisiert: "Wir haben ein Barbecue veranstaltet und Hühnchen, Lachs und Hamburger angeboten", erzählt Betreiber Alberto Duarte. Viele Menschen, die in Manhattan feststeckten, seien in das Lokal gekommen und hätten die ganze Nacht durch getrunken.

Ab in die Kühlkammer

Fisch, Meeresfrüchte und Gänsestopfleber kamen bei "Chanterelle", einem weiteren beliebten Nobelrestaurant in Tribeca, ohne Zögern in den Müll; weniger verderbliche Lebensmittel "und vorsichtshalber auch Mehl und Zucker" wurden in Gefrierbeutel umgefüllt und in die Kühlkammer gestellt, wie Geschäftsführer George Stinson sagt. Am Freitagabend war sein Lokal bereits wieder normal geöffnet. Gar nicht erst schließen musste "Mercer Kitchen" von Starkoch Jean-Georges Vongerichten, das den Betrieb mit einer Notstromversorgung aufrechterhielt. Für Privatleute hatte die Stadtverwaltung einen einfachen Rat: "Wenn Sie sich nicht sicher sind - werfen Sie es weg!" (APA/AFP)

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