20 Prozent Marktanteil für Desktop Linux in den nächsten fünf Jahren

26. August 2003, 13:01
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Prognostiziert Siemens – Umstieg von Windows auf Ximian Desktop für BenutzerInnen nicht schwerer als ein Windows/Office- Upgrade

Stimmen die Einschätzungen von Siemens Business Systems, dann wird Linux bis zum Jahr 2008 20 Prozent Anteil am Desktop-Markt haben, das berichtet NewsForge. Das System habe sich in letzter Zeit derart weiterentwickelt, dass es schon bald die Nummer 2 bei den meistbenutzten Betriebssystemen sein wird.

Einsparungen

Duncan McNutt, der bei Siemens für das Testen der Benutzbarkeit des Linux-Desktops im Firmenumfeld zuständig ist, sieht die Vorteile des Systems vor allem in erheblich niedrigeren Kosten bei gleicher Produktivität. Dies wirke sich vor allem bei großen Unternehmen aus, so seien bei den Administrationskosten 20-30 Prozent einzusparen, bei den Hardwarekosten – aufgrund weniger notwendiger Upgrades – 50 Prozent und bei den Lizenzkosten gar 80 Prozent einzusparen.

Fehleinschätzung

McNutt gesteht auch ein, dass man bei Siemens ursprünglich keine Verwendung für Linux auf dem Desktop außerhalb der Technik-Abteilungen gesehen habe, doch dies habe sich mittlerweile als Fehler herausgestellt. Man sei durch das starke Interesse von KundInnen – die von Microsofts Lizenz- und Preispolitik genervt seien – dazu gebracht worden, Linux noch mal genauer zu untersuchen.

Umstellung

Der IT-Konzern kam dabei aber nicht nur zu dem Ergebnis, dass Linux billiger sei, auch die Umstellung auf das neue System sei aus UserInnensicht einfacher als gedacht. So betrage die Einlernzeit auf das Open Source Betriebssystem mit zwei Tagen auch nicht länger als sonst für die Umschulung nach einem Windows/Office-Upgrade benötigt wird. Ein Tag werde dabei für die Umgewöhnung auf den neuen Desktop, ein Tag für den Umstieg auf OpenOffice veranschlagt.

Update

Ein Plus für Linux sieht McNutt auch in der leichteren Wartbarkeit des Systems, notwendige Arbeiten ließen sich viel leichter mittels von Skripten automatisieren, unter Windows gebe es immer mindestens eine Tätigkeit, die nur über das GUI durchführbar ist. Ein weiterer Vorteil sei, dass das System besser – vor allem offener – dokumentiert sei, während es bei Windows zu Teilen des Systems praktisch keine Infos gäbe.

Wahl

Als Benutzeroberfläche hat man sich bei Siemens für den Ximian Desktop entschieden, eine modifizierte Variante des GNOME-Desktops also. Man habe auch KDE und einen reinen GNOME getestet, die Ximian-Variante habe sich aber als die beste Lösung herausgestellt. Ein vermeintlicher Vorteil von KDE habe sich dabei zum Nachteil gewandelt: Die Ähnlichkeit zu Windows habe die Testpersonen – Siemens hat dabei bewusst SekretärInnen und MangerInnen und nicht IT-Angestellte ausgewählt - eher verwirrt, GNOME sei hingegen "genug anders", um ein Umdenken zu erleichtern. (apo)

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