Noch immer Stromausfälle

18. August 2003, 10:38
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Fünf Todesopfer - Nach wie vor Wasserprobleme

Washington/New York - Auch zwei Tage nach dem größten Stromausfall in der Geschichte Nordamerikas warteten noch immer Hunderttausende von Menschen in den USA und Kanada auf Strom. Selbst in den Gebieten, in denen die Elektrizität wieder hergestellt war, fiel am Samstag immer wieder der Strom für kurze Zeit aus.

Fünf Tote

Drei Menschen sind nach Medienberichten in den USA bei Bränden gestorben, die durch das Aufstellen von Kerzen während des "Blackouts" verursacht wurden. Eine Frau erlag demnach einem Herzanfall, nachdem eine Kerze ihr Haus entzündet hatte. In Kanada starben während des Versorgungschaos zwei Menschen, hieß es weiter.

US-Präsident George W. Bush und Kanadas Premierminister Jean Chretien einigten sich am Telefon auf eine gemeinsame "Task Force". Energieexperten aus beiden Ländern sollen die Ursache des gigantischen "Blackouts" analysieren, von dem zeitweise mehr als 50 Millionen Menschen in Nordamerika betroffen waren. Bush hatte zuvor schon betont, dass das veraltete Stromnetz der USA unbedingt modernisiert werden müsse und den Stromausfall als "Weckruf" bezeichnet.

Auswirkungen

Auch nach der Rückkehr des Stroms in vielen Städten - so am Samstagvormittag vollständig in den Bundesstaaten Ohio und Michigan - hatten die Menschen mit den Auswirkungen des Stromausfalls zu kämpfen. In Cleveland am Erie-See (Ohio) wurden die Bürger aufgerufen, Trinkwasser das gesamte Wochenende über abzukochen. Soldaten der Nationalgarde verteilten frisches Wasser aus Tankwagen. Die Behörden befürchten, dass das Trinkwasser wegen ausgefallener Pumpanlagen und Notfall-Systeme verschmutzt sein könnte.

Benzinmangel

Die Autometropole Detroit litt unter Benzinmangel. Nach dem Stromausfall hatten die meisten Tankstellen geschlossen, da sie auf Grund ausgefallener Pumpen nicht mit Treibstoff versorgt werden konnten. Die Gouverneurin von Michigan, Jennifer Granholm, hatte am Freitag den Notstand für die Stadt ausgerufen und Hilfslieferungen mit Benzin per Schiff auf den Weg gebracht. (APA/dpa/AP)

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