Arbeitsalltag in New York wieder angelaufen

22. August 2003, 15:58
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Ermittlungen nach Ursachen gehen weiter - kanadische Behörden fordern zum Stromsparen auf

New York/Toronto - In der Acht-Millionen-Stadt New York ist am ersten regulären Arbeitstag nach Wiederherstellung der Stromversorgung das Leben normal angelaufen. Überall herrsche "business as usual", sagte Bürgermeister Michael Bloomberg am Montagmorgen.

Allerdings stand auch am vierten Tag nach dem größten Stromausfall in der Geschichte Nordamerikas noch nicht wieder die frühere Kapazität der Energieversorgung zur Verfügung. Fachleute sprachen von einer Zitterpartie beim Erreichen der vollen Netzlast, als Millionen Menschen nach dem Wochenende an ihre Arbeitsplätze zurückkehrten.

Appell zum Stromsparen

Aus Angst vor einem neuerlichen Zusammenbruch der Energieversorgung am Montag hat die Regierung der kanadischen Provinz Ontario die Bevölkerung zum Stromsparen aufgerufen. "Es wird noch nicht genug Strom erzeugt, als dass wir einen normalen Werktag überstehen könnten", sagte der Ministerpräsident von Ontario, Ernie Eves,am Sonntag in einer Fernsehansprache. Der Provinz stünden am Montag nur 20.500 Megawatt zur Verfügung, an Werktagen würden im Sommer aber durchschnittlich 23.000 Megawatt benötigt.

Energieverbrauch macht Behörden Sorgen

Besonders der Energieverbrauch in der Millionenstadt Toronto, wo am Montag die U-Bahnen und Straßenbahnen ihren Betrieb wieder aufnehmen sollen, machte den Behörden Sorgen. Eves erklärte, große Industriebetriebe hätten zugesagt, ihren Stromverbrauch in der kommenden Woche um die Hälfte zu senken und bat alle Bürger, das selbe zu tun.

Von dem Blackout waren fast der gesamte Nordosten der USA sowie weite Gebiete im Süden Kanadas mit mehr als 50 Millionen Menschen betroffen. Nach Angaben der "New York Times" haben Experten schon seit Jahren immer wieder gewarnt, dass die veralteten Stromversorgungsnetze überlastet seien. Die Ermittlungen zu den konkreten Ursachen gingen am Montag weiter. Der Ausgangspunkt lag nach bisherigem Stand vermutlich in einem Kraftwerk im US-Bundesstaat Ohio.

Wiederherstellung kostet Milliarden Dollar

Nach US-Medienberichten werden die Kosten für die vollständige Wiederherstellung des Stromversorgungsnetzes und vor allem für dessen Modernisierung einige Milliarden Dollar betragen. Verbraucherorganisationen befürchten, dass die Kosten auf die Strompreise umgelegt werden. Der New Yorker Sender WCBS verwies darauf, dass sich der Energieriese ConEdison vor dem Blackout vertraglich verpflichtet hatte, die Strompreise bis zum Jahr 2005 nicht zu erhöhen. (APA/dpa/AP)

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    So schön kann U-Bahn-Fahren sein - aber nur, wenn Strom fließt.

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