Sprengstoffanschlag zerstört Ölpipeline

17. August 2003, 16:48
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Irakische Ölexporte nur wenige Tage nach Wiederaufnahme neuerlich gestoppt

Bagdad - An der wichtigsten Öl-Pipeline im Nordirak ist nach Aussagen des irakischen Ölministers eine Bombe explodiert und hat den erst vor wenigen Tagen wieder aufgenommenen Ölexport über die Türkei erneut für Tage lahm gelegt. Die Bombe sei vermutlich von Saboteuren gelegt worden und die Reparatur der Pipeline werde mehrere Tage dauern, sagte der von der US-Zivilverwaltung des Landes ernannte Minister Thamir Ghadban am Samstag in Bagdad. Die Pipeline führt von den Ölfeldern im nordirakischen Kirkuk in den Hafen Ceyhan im Süden der Türkei und war erst am Mittwoch wiedereröffnet worden.

Sprengsatz an der Pipeline

"Wir gehen zum gegenwärtigen Zeitpunkt davon aus, dass ein Sprengsatz an der Pipeline angebracht wurde", sagte Ghadban über die Ursache des Feuers nördlich der Stadt Baidschi, das dem US-Militär zufolge 24 Stunden lang anhielt, bevor es am Samstag gelöscht wurde. Der Anschlag auf die unter der Erde verlegte Ölleitung habe sich am Freitagmorgen um 03.00 Uhr Ortszeit rund 20 Kilometer nördlich von Bedschi (200 Kilometer nördlich von Bagdad) ereignet, das Feuer sei unter Kontrolle, sagte Ghadhban. Danach werde der Schaden begutachtet. Die Reparatur werde mindestens fünf bis sieben Tage dauern. Es werde auch geprüft, ob die Leitung erst wieder in Betrieb genommen werde, wenn sich die Sicherheitslage verbessert habe.

Hilfe erbeten

Der amtierende stellvertretende Innenminister, General Ahmed Ibrahim, rief die Stammesscheichs im Nordirak auf, beim Schutz der durch ihr Gebiet verlaufenden Ölpipeline zu helfen. Sie wüssten genau, wer die Anschläge auf die Leitung durchgeführt habe.

Auf Erdölleitungen im Irak sind nach Angaben des Oberkommandierenden der US-Bodentruppen, General Ricardo Sanchez, in den vergangenen drei Monaten 15 Anschläge verübt worden. Nach den Worten von Ölminister Ghadhban gibt es dabei unterschiedliche Vorgehensweisen zwischen Saboteuren und Schmugglern. Häufig würden die Ventile der Öl- und Gasleitungen geöffnet, damit sie Feuer fingen. Organisierte Diebesbanden bohrten Löcher in die Leitungen, um Erdöl zu stehlen und es auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. In anderen Fällen würden die Pipelines bei Sabotageakten einfach gesprengt. Dies führe nicht nur zu Einnahmeausfällen, sondern auch zur Verseuchung des Bodens und des Grundwassers, sagte Ghadhban. (APA/Reuters/dpa)

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