Friedensabkommen verzögert sich

16. August 2003, 20:57
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Mehr Friedenstruppen gefordert - UNO beginnt mir Verteilung von Lebensmitteln

Accra/Monrovia - Die für diesen Samstag geplante Unterzeichnung eines Friedensabkommens für Liberia verzögert sich weiter. Die Rebellengruppe LURD (Liberianer vereint für Versöhnung und Demokratie) habe im letzten Moment noch zusätzliche Kabinettsposten verlangt, berichteten lokale Medien am Samstag in Ghana.

In der ghanaischen Hauptstadt Accra verhandelt Liberias neuer Präsident Moses Blah mit Vertretern der Rebellen und zahlreicher politischer Parteien über eine neutrale Übergangsregierung, die im Oktober gebildet werden soll. An ihrer Spitze soll kein Vertreter einer der Krieg führenden Parteien stehen. Die ersten Wahlen nach dem Bürgerkrieg sind für Oktober 2005 geplant.

Aufstockung der Eingreiftruppe gefordert

Das Abkommen sieht auch die Entwaffnung aller Milizen vor. Der Führer der LURD-Rebellen, Sekou Conneh, kündigte bereits an, dass seine Gruppe freiwillig alle Waffen abgeben werde. Allerdings bestehe er auch auf dem Abzug der Regierungstruppen aus Monrovia, sagte er der Zeitung "Welt am Sonntag". Zur Befriedung der Lage in Liberia seien US-Truppen nicht nötig, meinte er weiter.

Der Sondergesandte der Vereinten Nationen für Liberia, Jacques Klein, forderte unterdessen die Aufstockung der Eingreiftruppe von geplanten 3250 auf 5000 Soldaten. Bis Freitag war erst ein Bataillon der westafrikanischen Truppe ECOMIL in Liberia angekommen. Es wird von etwa 200 US-Soldaten unterstützt, die zunächst den Flughafen Monrovias sicherten.

770 nigerianische Soldaten in Liberia

"Wir haben 770 nigerianische Soldaten in Liberia, während es allein in New York 30 000 Polizisten gibt", sagte Klein beim Besuch eines der ersten Versorgungsschiffe, die Freitag den Hafen Monrovia erreichten. Er rechne damit, dass die Hilfsorganisationen erst in einigen Wochen in den von den Rebellen kontrollierten Gebieten ihre Arbeit aufnehmen könnten.

UNO beginnt mir Verteilung von Lebensmitteln

Das Welternährungsprogramm (WFP) hat am Samstag mit der Verteilung von Lebensmittel-Notrationen an die hungernde Bevölkerung in der liberianischen Hauptstadt Monrovia begonnen. Im Laufe des Tages würden 40 Tonnen Maismehl an fünf Stellen der Stadt ausgegeben, teilte die UN-Organisation mit. An den Ausgabestellen drängten sich große Menschenmengen. Viele Menschen seien jedoch bereits zu schwach, um sich die Lebensmittel abzuholen, sagte André Mermillod vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz.

Unterdessen trafen an Bord eines UN-Flugzeuges 110 nigerianische Soldaten zur Verstärkung der Friedenstruppe der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOMIL) in Monrovia ein. Die Soldaten würden umgehend in der Stadt Stellung beziehen, sagte ein Sprecher des Kontingents. In den nächsten Tagen sollen mehr als 600 weitere nigerianische Soldaten die Mission auf dann über 1500 Mann verstärken. Aufgrund des schlechten Wetters hatte sich der Beginn der Stationierung verzögert. (APA/dpa/AFP)

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