Ersehnte Abkühlung in Frankreich

18. August 2003, 11:04
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Größte Leichenhalle des Landes in Großmarkt - Kaum mehr neue Patienten mit Hitze-Symptomen

Paris - Zur Aufbahrung hunderter Leichen von Hitze-Opfern ist in einem ausgedienten Großmarkt bei Paris die größte Leichenhalle Frankreichs eingerichtet worden. Bis Dienstag sollen in dieser gekühlten Halle mit Feldbetten des Zivilschutzes "600 bis 700 Verstorbene" aufgenommen werden, sagte der Leiter des größten Bestattungsunternehmens am Samstag in Paris.

Die frühere Lagerhalle für Obst und Gemüse war im Rahmen des Hitze-Notplans bereitgestellt worden. Die extrem hohen Temperaturen der ersten zwei August-Wochen haben in Frankreich bis zu 3.000 Todesfälle gefordert, in erster Linie kranke und geschwächte Menschen über 80 Jahre.

Nach der dramatischen Zunahme der Zahl von Hitze-Kranken haben die sinkenden Temperaturen am Freitag zu einer Normalisierung der Lage in französischen Krankenhäusern geführt. "Es gibt kaum mehr Einlieferungen von Patienten mit Hitze-Symptomen", sagte am Freitag in Paris der Vorsitzende der Notärzte-Vereinigung Patrick Pelloux.

Gesundheitsminister Jean-Francois Mattei geht von 1.500 bis 3.000 Todesfällen im Zusammenhang mit der extremen Hitze aus. Positiv hat sich der von Premierminister Jean-Pierre Raffarin angeordnete Notplan ausgewirkt, durch den alle verfügbaren Krankenhaus-Betten und medizinisches Hilfspersonal mobilisiert wurden. Krankenpfleger haben ihren Urlaub verkürzt oder unterbrochen und das Rote Kreuz hat 750 freiwillige Helfer in Krankenhäusern und Altersheimen im ganzen Land eingesetzt. Diese Sonderdienste sollen bis Montag beibehalten werden.

Auch in Spanien und Portugal sanken die Temperaturen nach mehrwöchiger Dauerhitze am Samstag um bis zu zehn Grad. In Spanien waren infolge der Hitze nach offiziellen Angaben 47 Menschen ums Leben gekommen. (APA/dpa)

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