Verschiebung der Neuwahl möglich

20. August 2003, 10:46
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Juristischer Einspruch muss geklärt werden - Schwarzenegger holte indes Starkollegen Rob Lowe in sein Team

Sacramento/Los Angeles - Der Zeitplan für die Abwahl des kalifornischen Gouverneurs Davis gerät möglicherweise doch noch ins Wanken. Das Justizministerium müsse klären, ob Minderheiten bei der Wahl nicht benachteiligt seien, befand der Richter. Eine Bürgerrechtsgruppe hatte dagegen geklagt, dass das Wahlamt aus finanziellen Gründen weniger Wahlurnen aufstellen und weniger spanischsprechende Wahlhelfer einstellen möchte.

Eine Abwahl des Demokraten Davis wird dessen ungeachtet aber immer wahrscheinlicher. In einer am Freitag veröffentlichten Umfrage sprachen sich 58 Prozent der Befragten für seine Ablösung aus, sieben Prozentpunkte mehr als im vergangenen Monat.

Star-Parade

Davis' stärkster Herausforderer, Hollywood- Schauspieler Arnold Schwarzenegger, der für die oppositionellen Republikaner antritt, hat indes weiter aufgerüstet: Ex-Teen-Star Rob Lowe (39) soll ihm bei der Bewerbung um den Posten des kalifornischen Gouverneurs unterstützen. Der bekennende Demokrat Lowe spielte in der bekannten US-Fernsehserie "The West Wing" einen Redenschreiber im Weißen Haus.

Eine Sprecherin Schwarzeneggers wollte das Engagement von Lowe im Wahlkampfteam zunächst nicht bestätigen. Inoffiziell heißt es Schwarzeneggers Demokraten-Gattin Maria Shriver hätte vermittelt.

Schwarzenegger hat bereits den bekannten Investor und Milliardär Warren Buffet von den Demokraten sowie den als konservativ geltenden republikanischen Ex-Außenminister George Shultz für sein Team gewonnen. Sie sollen nach Wegen aus der tiefen Wirtschafts- und Finanzkrise suchen, in der sich der bevölkerungsreichste US-Bundesstaat befindet.

Mann mit Vergangenheit

Nach Angaben der "Los Angeles Times" soll Lowe hinter den Kulissen als Berater für Schwarzenegger tätig sein, aber auch in der Öffentlichkeit für ihn Stimmung machen.

Lowe war viele Jahre lang in der demokratischen Partei tätig und unterstützte unter anderem die Kandidatur von Michael Dukakis für das Amt des US-Präsidenten im Jahr 1988.

Damals geriet der Schauspieler allerdings wegen eines Sex-Skandals in die Schlagzeilen. Auf einem Videoband war zu sehen, wie er sich am Rande des Wahl-Parteitags der Demokraten in einem Hotelzimmer mit zwei jungen Frauen - eine davon minderjährig - vergnügte. Einer Strafanzeige wegen des Vorfalls konnte Lowe damals durch freiwillige gemeinnützige Arbeit entgehen.

Erste Kritik

Schwarzenegger zog inzwischen erste Kritik auf sich, weil einer seiner Berater, der Milliardär Warren Buffett, erklärt hatte, die Grundstückssteuern in Kalifornien seien zu niedrig und müssten angehoben werden. Buffett verwies darauf, dass er für ein 500.000- Dollar-Haus (443.656 Euro) in Nebraska 14.401 Dollar Steuern im Jahr bezahle, für seine Vier-Millionen-Villa in Laguna Beach aber nur 2.264 Dollar. (APA/Reuters)

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    Rob Lowe

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