Drei Deutsche unter Atomdeal-Verdacht

18. August 2003, 14:07
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Aluminiumrohre für Nordkorea als Beweis

Hamburg - Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat einem Bericht des Hamburger Nachrichtenmagazin "Spiegel" zufolge Anklage gegen drei deutsche Geschäftsleute erhoben, die für Atombomben taugliches Material illegal nach Nordkorea ausgeführt haben sollen. Demnach ließ die Bundesregierung im April einen Containerfrachter stoppen, der 214 Aluminiumrohre für das nach Atomwaffen strebende Land geladen hatte.

Die Rohre eigneten sich nach Überzeugung von Gutachtern zur Herstellung von Gasultrazentrifugen, mit deren Hilfe hochangereichertes Uran produziert werden kann, schrieb das Magazin. Besteller des Materials sei die nordkoreanische Firma Nam Chon Gang gewesen.

Laut "Spiegel" wirft die Staatsanwaltschaft Stuttgart dem Geschäftsführer der Königsbronner Optronic Verstoß gegen das Kriegswaffenkontroll- und das Außenwirtschaftsgesetz vor. Wegen Beihilfe zur Ausfuhr der brisanten Fracht sollen den Angaben zufolge auch zwei Hamburger Exportkaufleute auf die Anklagebank. In dem Prozess solle auch ein Experte der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA als Zeuge gehört werden. (APA)

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