Böhmdorfer gibt sich loyal zu Haupt

18. August 2003, 13:25
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FP-Justizminister bezeichnet FP-Parteichef als "der richtige Mann" - Freilich: Haider hätte "moralisches Recht" zu Wortmeldungen

Wien - Justizminister Dieter Böhmdorfer gibt sich in der FPÖ-Führungsdiskussion überzeugt, dass Parteichef Herbert Haupt "in der jetzigen Situation der richtige Mann" sei. "Ich habe nie Zweifel aufkommen lassen, dass ich immer zum gewählten Obmann loyal bin", so der Minister in der "Presse" vom Samstag. Gleichzeitig billigt er dem Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider ein besonderes Recht zu, sich zu Wort zu melden. Einen Schaden für die FPÖ durch die Debatte sieht er dabei nicht: "Zu wenig Diskussion ist sicher schädlicher als zu viel Diskussion. Eine Partei, in der Friedhofsruhe herrscht, würde mich nicht interessieren."

Haiders Sonderrolle begründet Böhmdorfer mit dessen Rolle beim Aufbau der Partei: "Jörg Haider sieht die Partei berechtigterweise etwas anders. Er hat sie in den letzten 15 Jahren aufgebaut, hat sein ganzes privates Leben diesem Aufbauwerk geopfert. Er hat ein moralisches Recht, sich mehr als andere zu Wort zu melden."

Dass von Haupt widersprüchliche Aussagen etwa in Sachen Steuerreform kommen, weist Böhmdorfer zurück: "Für mich ist kein wirklicher Widerspruch enthalten. Es ist eben das erkennbare Bemühen der freiheitlichen Partei, zum frühestmöglichen Zeitpunkt eine Steuerreform zu beschließen und durchzuführen."

Auch dass die FPÖ angesichts des Hin und Her in sachpolitischen Fragen auf direktem Weg sei, eine Fünf-Prozent-Partei zu werden, glaubt der Minister nicht: "Wenn es so wäre, wäre es traurig. Ich glaube, dass der Wähler erkennt, dass Herbert Haupt das soziale Gewissen der Regierung ist und er um diese Steuerreform wie kein anderer vor ihm kämpft. Da kann es eben passieren, dass Aussagen getätigt werden, die nicht immer 100 Prozent deckungsgleich sind." (APA)

  • Böhmdorfer und Haupt, hier  bei der Aufarbeitung der Nationalratswahl 2002
    foto: standard /matthias cremer

    Böhmdorfer und Haupt, hier bei der Aufarbeitung der Nationalratswahl 2002

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