Irakische Intellektuelle fordern Entschuldigung von der Arabischen Liga

17. August 2003, 14:41
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Petition an irakischen Verwaltungsrat unterzeichnet

Kairo - Rund 550 irakische Intellektuelle und Bürgerrechtsaktivisten haben den von den USA eingesetzten Verwaltungsrat aufgefordert, die Mitgliedschaft des Irak in der Arabischen Liga ruhen zu lassen. Die arabischen Regierungen und Medien hätten es versäumt, die Tötung Tausender Dissidenten durch das Regime des gestürzten Staatschefs Saddam Hussein zu verurteilen, heißt es in der Petition.

Zu ihren Unterzeichnern gehören Gegner des Regimes von Saddam Hussein wie der frühere UNESCO-Botschafter Asis el Hag, der frühere Richter Suhair Kasem Abud und der Rechtsprofessor Munsir el Fadl, der gemeinsam mit anderen Experten mit dem Entwurf einer neuen Verfassung betraut ist.

Die arabischen Regime und ihre Liga hätten Saddam Hussein unterstützt und Kampagnen gegen dessen Sturz eingeleitet, heißt es in der Petition. "Wir rufen den Rat auf, die Initiative zu ergreifen und die Mitgliedschaft des Irak in der Arabischen Liga einzufrieren, bis diese ihren großen Fehler eingesteht und sich bei unserem Volk entschuldigt." Insbesondere müsse die Liga die Tötung tausender Oppositioneller verurteilen, deren sterbliche Überreste nun in Massengräbern entdeckt würden. Ein Sprecher der Liga erklärte, die Organisation habe die nach dem Fund der Massengräber bekannt gewordenen Tötungen verurteilt. (APA/AP)

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    Die Arabische Liga, in der 21 Staaten und die palästinensische Autonomiebehörde organisiert sind, hatte sich bei einem Treffen in Kairo in der vergangenen Woche geweigert, den Verwaltungsrat anzuerkennen. Das irakische Volk müsse seine Regierung selbst wählen, erklärte die Liga.

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