"Irgendetwas ziemlich Unsinniges"

21. August 2003, 14:19
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Ein Tauchlehrer surfte unter Wasser: Im Fischotterbecken und im Internet

Innsbruck - Drei Minuten und eine Sekunde hat der niederösterreichische Tauchlehrer Christian Redl (27) mit einem Atemzug unter Wasser ausgehalten und dabei präzise 50 Internetseiten angeklickt. Dass es nicht die erhofften zumindest vier Minuten wurden, lag vor allem daran, dass es im Fischotterrevier im Innsbrucker Alpenzoo mit 14,9 Grad ein wenig zu kalt war.

Nachher erklärte Redl, dass er die Kombination aus maximaler Entspannung zur Minimierung des Sauerstoffverbrauchs und sauerstoffaufwändigem Denken zur Bedienung der wasserdichten Funkmaus unterschätzt habe. Gegen Ende habe er zwar noch Luft gehabt, um etwas länger unter Wasser zu bleiben, aber keine Energie und Konzentration mehr, den Computer zu bedienen.

"Was will denn der da machen?", hatte eine etwa achtjährige Alpenzoobesucherin ihre Mutter gefragt und die Antwort, "ich weiß nicht, irgendetwas ziemlich Unsinniges", erhalten. Dem widersprachen nicht einmal die Veranstalter von der Internetplattform Nullzeit.at. Organisator Leo Ochsenbauer erklärte jedenfalls den angekündigten Weltrekord für erreicht, nachdem bisher niemand auf die Idee gekommen war, unter Wasser im Internet zu surfen, geschweige denn ohne Sauerstoffgerät.

Ob es auch für das Guinness-Buch der Rekorde reicht, sei ungewiss, nachdem der angekündigte Notar nicht erschienen war. Das Ziel, die Internetplattform der Öffentlichkeit zu präsentieren wurde jedenfalls erreicht, ob das auch für das zweite Anliegen gilt, dem Fischotterbecken zu einem Sponsor zu verhelfen, wird sich weisen.

Mit einem Atemzug möglichst lange unter Wasser zu bleiben (Fachterminus: Apnoe-Tauchen) hat Redl im letzten Winter bereits am Kärntner Weißensee zu zwei Weltrekorden im Streckentauchen unter Eis verholfen.

Den beiden Fischottern, die es dem Vernehmen nach fünf Minuten ohne Auftauchen unter Wasser aushalten, war der Rummel übrigens zu viel. Sie zogen sich für Stunden in uneinsehbare Teile ihrer Herberge zurück und ließen über einen Mitarbeiter des Alpenzoos ausrichten, dass Internetsurfen nicht zu ihren Interessen zähle. (hs/DER STANDARD, Printausgabe, 16./17.8.2003)

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