Weiter Ermittlungen nach Ballonabsturz

17. August 2003, 14:49
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Experten kennen Unglücksgrund noch nicht

St. Pölten - Länger als erwartet dauern die Ermittlungen nach dem Ballonunglück im Gemeindegebiet von Furth bei Böheimkirchen (Bezirk St. Pölten), das zwei Tote und eine Verletzte gefordert hat. Die Untersuchungskommission des Verkehrsministeriums war auch Freitagnachmittag noch mit den Erhebungen beschäftigt, erklärte ein Beamter des Gendarmeriepostens Böheimkirchen auf STANDARD-Anfrage.

Nach Auskunft von Austro Control herrschten zum Zeitpunkt des Unglücks am späten Mittwochabend "labile Witterungsverhältnisse". Es gab auffrischende Windböen sowie "Gewitteranfälligkeit". Einsatzkräfte des Roten Kreuzes, die am Unglücksort waren, vermuten eine überraschend herangezogene Gewitterfront als Ursache für den Absturz.

Die niederösterreichische Sicherheitsdirektion teilte mit, dass der Pilot vermutlich infolge lebhafter Bodenwinde die Kontrolle über das Fahrzeug verloren hatte. Der Heißluftballon stieß zunächst gegen einen so genannten A-Mast und in weiterer Folge gegen die Dachkante eines Hauses. Dabei wurde eine hochschwangere 28-Jährige herausgeschleudert und schlug in die erste Baumreihe eines Waldes ein. Die Frau wurde verletzt, das ungeborene Baby wird überleben.

Laut Augenzeugenberichten war der Korb in Bodennähe derart schnell, dass den Männern ein Absprung offenbar nicht möglich war. Danach dürfte ein Windstoß den Ballon wieder in die Höhe gerissen haben. Nachdem er eine Stromleitung gestreift hatte, blieb der Ballon in einer Baumkrone hängen und stürzte aus etwa 25 Metern Höhe ab. Beim Eintreffen der Gendarmeriestreife Böheimkirchen befand sich der Korb mit den beiden Schwerstverletzten in etwa fünf Metern Höhe.

Der 38-jährige Ballonführer aus Gmunden in Oberösterreich verstarb noch an der Unfallstelle. Der Passagier, der die Fahrt von Freunden zu seinem 30. Geburtstag geschenkt bekommen hatte, wurde mit dem Notarzthubschrauber ins Wiener Lorenz Böhler Unfallkrankenhaus gebracht, wo er am späten Abend wegen schwerster Verletzungen am gesamten Körper verstarb. (APA, moe/DER STANDARD, Printausgabe, 16./17.8.2003)

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