Die Rückkehr des alten Münztelefons

18. August 2003, 10:38
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Handys fielen aus, Pager funktionierten

New York - Für New Yorker, die üblicherweise keine technische Neuerung auslassen, brach am Donnerstag mit dem größten Stromausfall in der Geschichte Nordamerikas eine Welt zusammen.

"Ich stehe hier total hilflos und abgeschnitten herum", sagte Eric Dawson. Der Computerverkäufer saß mit Tausenden anderen Menschen vor der U-Bahn-Station Grand Central im Stadtteil Manhattan fest. "Ich habe jede denkbare Zusatzausstattung für mein Mobiltelefon. Ohne Kabel kann ich mich drahtlos mit dem Laptop ins Internet einklicken. Aber jetzt reicht es nicht einmal für ein Telefongespräch." Die Mobilnetze waren zusammengebrochen.

In der Not besannen sich die Handybesitzer auf eher altertümliche Geräte. Vor öffentlichen Münz- und Kartentelefonen, die an einem eigenen Stromnetz hängen, bildeten sich lange Schlangen. Glücklich schätzen konnten sich auch jene, die ein fast schon aus der Mode gekommenes Gerät bei sich hatten. Ein leitender Mitarbeiter der Investmentbank Merrill Lynch tauschte mit seiner Schwester an der Westküste der USA Informationen aus - via Pager, einem kleinen Gerät am Hosenbund, das praktisch ein Vorläufer der nun weit verbreiteten SMS war. (Reuters/DER STANDARD, Printausgabe, 16./17.8.2003)

Von Eric Auchard
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