Raffarin weist Vorwürfe zurück

18. August 2003, 16:52
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Erst zwölf Tage nach Beginn der Hitzewelle hatte Frankreichs Premier einen Notfallplan erlassen - zu spät, meinten Ärzte und Opposition

Paris - Nach dem vorläufigen Ende der Gluthitze hat der französische Premierminister Jean-Pierre Raffarin die Opposition am Samstag aufgefordert, die Krise im Umgang mit den Hitzeopfern nicht zu politischen Zwecken zu missbrauchen. Es sei Zeit für Solidarität, nicht für Polemik, sagte Raffarin während eines Besuchs in einem Seniorenheim in Fleury-sur-Ouche in Burgund. Die Regierung hatte am Donnerstag eine dramatische Bilanz von bis zu 3.000 Hitzetoten gezogen. Die Opposition warf ihr daraufhin Versagen vor.

"Sündenbock-Suche keine Lösung"

Raffarin, der seinen Urlaub am Donnerstag abbrach, verteidigte Gesundheitsminister Jean-Francois Mattei. Der sozialistische Abgeordnete Arnaud Montebourg hatte den Rücktritt Matteis gefordert. Der Minister sagte hingegen, die Regierung habe sofort reagiert, als sie von Todesfällen in Zusammenhang mit der Hitze erfahren habe. Raffarin erklärte im französischen Rundfunk, die Suche nach einem Sündenbock sei für ihn keine Lösung.

Die Hälfte der Todesfälle habe sich außerhalb von Krankenhäusern ereignet, häufig seien allein stehende Ältere betroffen gewesen. "Diese Einsamkeit älterer Menschen ist ein großer Mangel der französischen Gesellschaft", sagte Raffarin. Er rief zu "nationaler Solidarität" auf, um ältere Menschen zu unterstützen. (APA/AP)

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    Viel zu spät sei Raffarins Notfallplan in Aktion getreten, meinen Ärzte.

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