Unliebsame Post vom Zasterfahnder

7. Februar 2005, 17:44
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Lästige Anfrageflut nach ORF-Gebühren - Leser wundern sich über die GIS-Adressenaquisition

Nach wie vor auf reges Interesse stößt die STANDARD-Serie "Zasterfahndung", in der Leser ihre Erfahrungen mit dem Gebühreninfoservice (GIS) des ORF schildern. Relativ dominant ist dabei die Entrüstung über die schlichte Existenz von TV-Gebühren. An deren Bestehen die Gebühreneintreiber freilich nicht rütteln können.

Neben Rechts- und anderen Detailfragen beklagt eine Vielzahl lästige GIS-Briefe. Etwa Leserin L., die sich einer "permanenten Flut von Briefen" ausgesetzt sah. L. zog um und teilte dies laut eigenen Angaben ordnungsgemäß der GIS via Brief mit. Um dann nichts mehr von den Gebühreneintreibern zu hören. Rechnungen kamen ebenfalls keine. Als sie einige Zeit später in ihre alte Wohnung zurückkehrte, fing "das Bombardement" wieder an.

Melderegister und Adressbroker Schober

Über die GIS-Adressenaquisition wundert sich weiters Leser L. Ein Kuvert war zwar mit seinem Vornamen, aber dem Nachnamen seiner Ehefrau in die Firma geflattert.

Aus zwei Quellen schöpfe die GIS, heißt es auf Anfrage: zum einen aus dem Melderegister, zum anderen - besonders bei Firmenadressen - vom deutschen Adressbroker Schober. "Unsere Primärdaten kommen aber vom Meldeamt, sie sind die Basis für unsere Aussendungen", heißt es. Bei Schober könne man wiederum jederzeit nachfragen.

Weiters verweist die GIS auf die nach wie vor beim Fachverband Werbung und Marktkommunikation der Wirtschaftskammer Österreich geführte "Robinsonliste". Eine Eintragung sichert den Anspruch, in die Datensätze nicht mehr aufgenommen zu werden.

Einigung

"Informieren statt kontrollieren" lautet die GIS-Maxime. In diesem Sinne bat Sachbearbeiter Christian Kopff im Fall L. den STANDARD um Vermittlung: Man sei gerne bereit, mit Frau L. eine einvernehmliche, sozial verträgliche Lösung zu suchen.

Kurze Zeit später kann L. denn auch berichten, man sei zu einer "guten Einigung" gelangt. Einen Vorschlag in Sachen ORF-Gebühren hätte sie aber dann doch noch: "Wie wär's, wenn man das eher wie beim Strom regelt - einen Zähler anbringt, und nur der Verbrauch gibt ein Recht und eine Pflicht auf Zahlung - das wäre viel fairer!" (Doris Priesching/DER STANDARD; Printausgabe, 16./17.8.2003)

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"Großinquisitor" ORF: Der Leser GIS-Erfahrungen - Ihre Erlebnisse mit dem Gebühreninkasso des ORF interessieren uns

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    foto: jung von matt
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