Experten befürchten Milliardenschäden

18. August 2003, 10:38
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Vor allem Autoproduktion betroffen

Washington - Der größte Stromausfall in der Geschichte Nordamerikas könnte die US-Wirtschaft nach Einschätzung von Experten jeden Tag einen zweistelligen Milliardenbetrag kosten. Die Ausfälle in Produktion und Handel könnten sich im schlimmsten Fall auf täglich 25 bis 30 Milliarden Dollar (bis zu 27 Milliarden Euro) summieren, sagte der US-Chefökonom David Rosenburg vom Investmenthaus Merrill Lynch am Freitag.

Wenn ein Teil des Landes geradezu "abgeschaltet" werde, koste dies rund ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts, sagte Rosenburg. Das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal werde deshalb möglicherweise nicht über drei Prozent hinauskommen, schätzte das Investmenthaus.

Stillstand

Der Stromausfall werde zahlreiche US-Statistiken wie die Industrieproduktion und den Handel beeinflussen, sagte Dana Saporta von Stone and McCarthy in New Jersey. Betroffen sei vor allem die Autoproduktion wie im Großraum Detroit, wo am Freitag zahlreiche Fließbänder stillstanden. Aber auch in Unternehmen und Dienstleistungsbetrieben erreichten viele Mitarbeiter nicht ihren Arbeitsplatz, war der Internet-Zugang unterbrochen und der Kontakt mit Kunden und Händlern gestört. U-Bahnen blieben stehen, zahlreiche Flugzeuge am Boden.

Die Kosten für die Privathaushalte dürften aber zu bewerkstelligen sein, sagte Sung Won Sohn von der Wells Fargo Bank in Minneapolis. Die Analysten rechneten damit, dass die Stromversorgung bald wieder hergestellt sei, sodass sich auch die Kosten für die Gesamtwirtschaft in Grenzen halten würden. (APA/AFP)

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