Nicanor Duarte ist neuer Präsident Paraguays

18. August 2003, 19:01
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Journalist strebt "Entwicklung mit menschlichem Gesicht an" - Scheidender Staatschef Macchi räumt Scheitern ein

Asuncion - Im Beisein zahlreicher lateinamerikanischer Staats- und Regierungschefs hat Nicanor Duarte sein Amt als neuer Staatspräsident Paraguays angetreten. Der Politiker der Colorado-Partei legte am Freitag vor dem Parlament in der Hauptstadt Asuncion den Amtseid ab. Er versprach, eine "ehrliche" Regierung zu bilden, die eine "Entwicklung mit menschlichem Gesicht" anstrebe. Der Journalist war im April zum Nachfolger von Luis Gonzalez Macchi gewählt worden.

Macchi übergab die Präsidentenschärpe an seinen Nachfolger und räumte vor dem Kongress ein, die dringensten Probleme des Landes in seiner Amtszeit nicht in den Griff bekommen zu haben. So sei der Kampf gegen die Korruption ebenso hinter den Erwartungen zurückgeblieben wie die Entwicklung der Wirtschaft und des Sozialsystems, sagte Gonzalez Macchi vor den Abgeordneten. Der 46 Jahre alte Duarte übernimmt ein verarmtes und praktisch zahlungsunfähiges Land mit dramatisch steigender Kriminalitätsrate. Nach Einschätzung der Anti-Korruptionsorganisation Transparency International ist Paraguay der korrupteste Staat Südamerikas.

Am Donnerstag hatte ein Strafrichter dem Ex-Staatschef die Ausreise aus Paraguay verboten, sobald er die Amtsgeschäfte übergeben hat. Gonzalez Macchi steht im Verdacht, öffentliche Gelder in Millionen-Dollar-Höhe veruntreut und auf ein Konto der New Yorker Citibank transferiert zu haben. Er hatte die Staatsgeschäfte seit März 1999 als Übergangspräsident geführt, nachdem der damalige Staatschef Raul Cubas im Zusammenhang mit der Ermordung seines Stellvertreters Luis Maria Argana zurückgetreten war. (APA/AFP)

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    Nicanor Duarte

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