UNICEF startet Hilfe für liberianische Kinder

16. August 2003, 16:53
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Schiffe mit Hilfsgütern in Monrovia eingetroffen

Köln/Monrovia - Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) startet eine Hilfsaktion für Not leidende Kinder in Liberia und bittet dringend um Spenden. Ab Samstag bringen Flugzeuge Hilfsgüter in die liberianische Hauptstadt Monrovia, teilte UNICEF am Freitag in Köln mit. Die Lieferung umfasse Material zur Trinkwasseraufbereitung, Wassertanks, Medikamente und Nahrungsmittel für 250.000 Menschen.

Die internationalen UNICEF-Mitarbeiter, die in das westafrikanische Land zurückgekehrt sind, berichteten von einer entsetzlichen Not der Kinder. Viele seien vom Hungertod bedroht, hieß es in der Mitteilung. Durch die katastrophale hygienische Situation drohe der Ausbruch von Seuchen. Leichen und riesige Mengen Müll lägen auf den Straßen. Um ein Zeichen der Hoffnung zu setzen, will UNICEF eine Aufräumkampagne starten und dazu beitragen, die schätzungsweise 10.000 Kindersoldaten zu entwaffnen.

Unterdessen sind am Freitag bereits zwei Schiffe mit Hilfsgütern im Hafen der liberianischen Hauptstadt Monrovia eingetroffen. Das Welternährungsprogramm (WFP) und das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) brachten zum ersten Mal seit Monaten wieder Lebensmittel, Decken und Plastikplanen auf dem Seeweg in die Stadt, berichtete der britische Sender BBC.

Das WFP will künftig monatlich 9.000 Tonnen Lebensmittel nach Liberia schaffen. Damit könnten etwa eine halbe Million Menschen versorgt werden. Zusätzlich solle täglich eine Ladung Energieriegel auf dem Luftweg in die Stadt gebracht werden. Die 10.000 Tonnen, die im Hafen von Monrovia gelagert waren, seien fast vollständig geplündert worden, sagte ein Sprecher. Die Rebellen hatten sich am Donnerstag aus dem Hafen zurückgezogen. (APA/AP/dpa)

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