Auffangnetz mit 5.500 Lehrgangsplätzen

19. August 2003, 19:38
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Innenminister will Ausbildungsplätze garantieren, die keine Lehrstelle finden - Bures: "Null Vertrauen" in die Garantie

Wien - Ein Lehrlingsauffangnetz 2003/2004 (JASG VI) mit 5.500 Lehrgangsplätzen, davon mehr als 1.000 Verlängerungen aus vorangegangenen Lehrgängen, muss vom Arbeitsmarktservice (AMS) Österreich vorgesehen werden. Ein entsprechender Auftrag wurde von Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein (V) erteilt. Nach Berechnungen des Ministeriums stehen damit allen Jugendlichen, die keinen Lehrstellenplatz bei den Betrieben finden, genügend Ausbildungsplätze zur Verfügung.

Positive Perspektive

Jugendliche brauchten unbedingt eine positive Perspektive für ihren Einstieg ins Berufsleben. Alle, die eine Fachausbildung anstreben, aber vorerst keinen Ausbildungsbetrieb finden, sollten daher zumindest einen Lehrgangsplatz erhalten, um die Chance auf eine Facharbeiterlaufbahn zu wahren, so Bartenstein in einer Pressemitteilung von Freitag. Die Ursache für die größere Lehrstellenlücke sieht der Minister im starken Geburtsjahrgang 1988 sowie in der derzeitigen weltweiten Konjunkturschwäche und der daraus resultierenden höheren Arbeitslosigkeit.

Finanziert wird dieses Auffangnetz aus Mitteln des Arbeitsmarktservice Österreich, des Europäischen Sozialfonds, der Beteiligung der Bundesländer sowie zusätzlicher Mittel aus der Arbeitsmarktrücklage, die vom Arbeitsminister für diesen Zweck zu Verfügung gestellt werden.

Im derzeit noch laufenden Lehrlingsauffangnetz (JASG V) gemäß Jugendausbildungssicherungsgesetz stehen Lehrgangsplätze für rund 3.350 Personen zur Verfügung. Laut AMS nehmen im Durchschnitt 2.871 Jugendliche teil. Insgesamt haben bisher 5.616 Jugendliche Lehrgangsplätze belegt. Für das Lehrlingsauffangnetz 2002/2003 sind inklusive der Beteiligung der Bundesländer rund 32 Mio. Euro vorgesehen.

Sonderprogramm

Am parallel laufenden Sonderprogramm für Jugendliche unter 24 Jahren, nehmen laut AMS derzeit im Durchschnitt 4.206 Jugendliche teil. Insgesamt haben rund 11.900 Jugendliche an diesen Qualifizierungsmaßnahmen teilgenommen. Allein für dieses Programm werden in den Jahr 2003 und 2004 rund 103 Mio. Euro zusätzlich zum Förderbudget des Arbeitsmarktservice Österreich eingesetzt.

Im EU-Vergleich weist Österreich mit 7,4 Prozent (Juni 2003) die niedrigste Jugendarbeitslosenquote aus, gefolgt von den Niederlanden (8,3 Prozent im Mai), Irland (8,7 Prozent im Juni) und Dänemark (9,0 Prozent im Mai). Im EU-Durchschnitt lag die Jugendarbeitlosenquote im Mai bei 15,8 Prozent.

Bures: "Null Vertrauen" in neue Ausbildungsgarantie

"Null Vertrauen" hat SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures in die neue "Lehrlingsausbildungsgarantie" von Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein (V). Die Vergangenheit habe gelehrt, dass Bartensteins Garantien völlig wertlos seien, so Bures in einer Pressemitteilung.

Seit Bartenstein Arbeitsminister ist, sei die Jugendarbeitslosigkeit um 54,4 Prozent gestiegen. Zudem komme Bartenstein ziemlich spät auf die Idee, den Auftrag für das Knüpfen eines Auffangnetzes zu erteilen - "jetzt haben wir Mitte August, Schulschluss war bereits Ende Juni". Bartenstein habe dem permanenten Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit bisher tatenlos zu gesehen. (APA)

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