Esser: Dramatischer Vodafone-Verlust bei Übernahme

5. Jänner 2000, 09:22

Mannesmann könnte bei Abwehr des feindlichen Übernahmeangebots weitere Expansionsschritte setzen

Düsseldorf - Nach einer Übernahme des Mannesmann-Konzerns würde der britische Mobilfunkbetreiber Vodafone Airtouch nach den Worten von Mannesmann-Chef Klaus Esser ein "dramatisch" negatives Ergebnis ausweisen. Vodafone müsste dann Goodwill-Abschreibungen von über 100 Milliarden Euro (1.376 Mrd. S) in die Bücher nehmen, sagte Esser der "Börsen-Zeitung" (Mittwochausgabe) laut voraus verbreiteter redaktioneller Interview-Fassung.

Wenn Mannesmann das feindliche Übernahmegebot abwehren könne, werde 2000 für seinen Konzern ein "besonders ereignisreiches Jahr", was das Wachstum in Europa angehe. Die finanzielle Lage lasse Spielraum für weitere Expansionsschritte.

Bisher habe es im Zuge der Wachstumsstrategie immer fast im Monatstakt Neuigkeiten gegeben, sagte Esser. Die Finanzierung weiterer Schritte sei "selbstverständlich möglich". Vodafone hat den weiteren Geschäftsaufbau für einen unabhängigen Mannesmann- Konzern als schwierig bezeichnet, weil die Beurteilungen (Ratings) für die Kreditwürdigkeit des Düsseldorfer Konzerns nach der Übernahme der britischen Orange herabgesetzt worden seien und die Aufnahme von Fremdkapital so schwieriger werde.

Esser sagte im Interview mit der "Börsen-Zeitung", eine weitere Kapitalerhöhung sei möglich. Die Aktie sei in den vergangenen Jahren ein "Renner" gewesen; daher habe der Kapitalmarkt "höchsten Appetit" auf sie. Vodafone hatte am 23. Dezember sein Übernahmeangebot offiziell unterbreitet. Die britisch-amerikanische Mobilfunkfirma bietet 53,7 eigene Aktien für eine Mannesmann-Aktie. Das Vodafone-Angebot ist bis zum 7. Februar befristet. (APA/Reuters)

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