Stromausfall wie in USA ist in Europa kaum möglich

22. August 2003, 15:58
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Stromversorgungsnetz ist anders organisiert

Wien - "Ich glaube persönlich, dass der Ausfall eines Kraftwerkes in Amerika nicht die Ursache für den großen Stromausfall gewesen ist. Es müssen wahrscheinlich mehrere unglückliche Umstände zusammengespielt haben. In Europa ist ein solcher Ausfall jedenfalls sehr unwahrscheinlich. Das Stromnetz ist etwas anders organisiert", erklärte Wolfgang Haimbl, Betriebsdirektor der vor rund fünf Jahren geschaffenen Austrian Power Grid-Gesellschaft (APG), welche in Österreich für den Betrieb der überregionalen Stromnetze zuständig ist, am Freitag in einer Stellungsnahme zu den Vorfällen in Amerika gegenüber der APA.

Andere Philosophie

Der letzte größere Netzausfall liege - so der Fachmann - in Europa gut 20 bis 25 Jahre zurück. "Wir haben in Europa eine etwas andere Philosophie in der Stromversorgung als die USA. In Europa gibt es kleine Schutzzellen bzw. Regelzonen. Innerhalb dieser Zonen sind die einzelnen Betreiber für die Aufrechterhaltung der Frequenz und des Netzes zuständig und müssen auch entsprechende Kraftwerksreserven vorhalten", sagte Haimbl.

Falle ein Kraftwerk zum Beispiel aus, würden Kapazitäten aus den nächstgelegenen Zonen für Aushilfe sorgen. Das funktioniere auch über Landesgrenzen hinweg. Die APG ist in Österreich für das 380.000- und für das 220.000-Voltnetz zuständig. Die Landesversorger transportieren dann den Strom zum Verbraucher. Laut EVN-Sprecher Stefan Zach geht die Organisation des österreichischen Stromnetzes in seiner heutigen Form auf die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zurück, in der großer Bedarf an Energie herrschte und zweitens ein System etabliert wurde, das auf maximale Sicherheit ausgelegt wurde. (APA)

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