Algerien-Entführung: Verhandlungen mit Geiselnehmern kommen voran

16. August 2003, 19:50
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Lösegeldforderung der Sahara-Entführer keine Blockade mehr

Kidal - Die Lösegeldforderung der Geiselnehmer der europäischen Sahara-Touristen blockiert offenbar nicht mehr die Verhandlungen um eine Freilassung. "Man kann davon ausgehen, dass der Streit um die Lösegeldforderung behoben ist und keinen Blockade-Faktor mehr bei den Verhandlungen darstellt", sagte ein Mitglied des malischen Verhandlungsteams um den Mittelsmann Iyad Ag Ghali in der Nacht zum Freitag in Kidal.

Dies bedeute weder, dass den Lösegeldforderungen nachgekommen worden sei, noch dass die Entführer ihre Forderung zurückgezogen hätten. Es könne aber festgehalten werden, dass die Verhandlungen zügig vorankämen.

Flugzeug steht bereit

Für den Fall einer Freilassung der Geiseln steht nach Angaben eines Mitarbeiters des Flughafens von Bamako ein medizinisch ausgerüstetes Flugzeug im Norden Malis bereit. In der Nähe der nordmalischen Stadt Kidal werden die Sahara-Touristen festgehalten.

Im Frühjahr waren binnen weniger Wochen insgesamt 32 europäische Urlauber in der algerischen Sahara entführt worden. Im Mai wurden 17 Geiseln durch die algerische Armee befreit, unter ihnen zehn Österreicher und sechs Deutsche. Eine 46-jährige Deutsche starb an den Folgen der Strapazen. Derzeit sind noch neun Deutsche, vier Schweizer und ein Niederländer in der Gewalt der Entführer. Diese verlangten unbestätigten Berichten zufolge pro Geisel mehrere Millionen Euro. Erstmals seit ihrer Entführung erlaubten die Geiselnehmer am Mittwoch die Lieferung von Lebensmitteln und Medikamenten. (APA/AFP)

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