Kolumbien: Ingrid Betancourt laut FARC wohlauf

18. August 2003, 12:43
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Politikerin seit 18 Monaten in Geiselhaft - Zweifel am Interesse der Regierung an Freilassung

Bogota - Die vor 18 Monaten von der FARC-Guerilla verschleppte kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt ist nach Angaben ihrer Entführer wohlauf. "Ihr Gesundheitszustand ist gut, ebenso ihre Moral", sagte der Sprecher der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), Raul Reyes, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Betancourt sei dennoch "sehr besorgt", weil sie seitens der kolumbianischen Regierung kein Interesse an ihrer Freilassung und der weiterer Geiseln sehe, fügte Reyes hinzu.

Die Nummer Zwei der FARC erneuerte die Bedingungen seiner Rebellengruppe an Präsident Alvaro Uribe. Im Gegenzug für die Herausgabe Betancourts müssten die inhaftierten FARC-Mitglieder auf freien Fuß gesetzt werden. Zudem müsse sich die kolumbianische Armee aus den zwei südlichen Verwaltungsgebieten Putumayo und Caqueta zurückziehen. Im Falle eines gewaltsamen Befreiungsversuchs gehe die Regierung in Bogotá das Risiko ein, dass die Rebellen ihre Geiseln töten, drohte der Sprecher der größten Guerillaorganisation des Landes.

Betancourt war am 23. Februar 2002 als Präsidentschaftskandidatin zusammen mit ihrer Wahlkampfmanagerin von der FARC beim Versuch verschleppt worden, auf dem Landweg in das südkolumbianische Rebellengebiet zu gelangen. Drei Tage zuvor war der Friedensprozess zwischen Regierung und FARC endgültig für gescheitert erklärt worden. Ein im kolumbianischen Dschungel aufgenommenes und im Juli vergangenen Jahres veröffentlichtes Video war das bislang letzte Lebenszeichen der Politikerin. Eine Rückholaktion Frankreichs vergangenen Monat missglückte. (APA)

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