Der Ostsee droht Sauerstoffmangel

20. August 2003, 11:54
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Ein Sturm wäre gefragt - ansonsten droht ein Fischsterben

Kiel - Der Ostsee droht nach der wochenlangen Hitze in diesem Jahr ein Sauerstoffmangel. Das ergaben Messungen in der Eckernförder und Kieler Bucht. "Die Ostsee hat zur Zeit eine Hypothek, mit der sie in den Herbst hineingeht", sagte der schleswig- holsteinische Umweltminister Klaus Müller (Grüne) am Donnerstag nach Probenentnahmen an Bord des Forschungsschiffes "Haithabu". In einer Tiefe von 18 Metern seien in der Kieler Bucht nur noch 0,2 bis 0,3 Milligramm Sauerstoff je Liter Wasser festgestellt worden. Bereits zwei Milligramm gelten als Mangelsituation, in der Leben kaum noch möglich ist.

Damit stellte sich bereits jetzt eine Situation ein, die sonst erst drei bis vier Wochen später eintritt. Diese Hypothek sei nur abzutragen, wenn ein Sturm die Ostsee kräftig durchwühlen würde, sagte Müller. "Wenn es aber ruhig bleibt, muss man damit rechnen, dass es zu der gleichen Situation wie im vorigen Jahr oder einer noch schlimmeren kommt. Dann müssten wir auch wieder ein Fischsterben befürchten."

Kurzfristig könne man gegen diese Gefahr nichts tun, sagte Müller. Längerfristig zielten Programme darauf, die Nährstoffbelastung der Meere aus Landwirtschaft, Autoverkehr und Schifffahrt zu senken. (APA/dpa)

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    Die Ostsee ist von Sauerstoffmangel bedroht.

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