Streit um Lesung aus Hitler-Buch "Mein Kampf"

16. August 2003, 15:23
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Bei Jugendveranstaltung soll aus "Machwerk des schlimmsten Deutschen" zitiert werden

Schwerin - Die Absicht des Schweriner SPD-Landtagsabgeordneten Mathias Brodkorb, auf einer großen Jugendveranstaltung in Prora aus Hitlers Buch "Mein Kampf" zu lesen, sorgt für Streit in Mecklenburg-Vorpommern. Brodkorbs Abgeordnetenkollege, der CDU-Rechtspolitiker Michael Ankermann, forderte am Donnerstag den Stopp für die am 23. August unter dem Whorkshop-Titel "Hitler um Mitternacht" geplante Lesung. Es zeuge von fehlender politischer Reife, wenn während eines an Spaß orientierten Jugendevents "in nächtlicher Schauerrunde aus dem Machwerk des schlimmsten Deutschen zu gelesen wird". Das nach wie vor geltende Verbot des Hitlerbuches bestehe nicht ohne Grund, sagte Ankermann. Brodkorb hingegen hält es nicht mehr für zeitgemäß, wenn "Mein Kampf" in Deutschland nicht verbreitet werden darf, aber in den USA oder Israel frei zugänglich ist. Er will das Ende der "Geheimniskrämerei" um das Buch und eine offensive Auseinandersetzung. Rückenstärkung gab ihm der SPD-Fraktionsvorsitzende Volker Schlotmann, der die Absicht Brodkorbs begrüßte, aber darauf hinwies, dass die Lesung eine Einzelaktion sei und nicht im Auftrag der Fraktion erfolge. (APA/AP)
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