Rund 100 Moldawier von außen ins Lager eingedrungen

16. August 2003, 15:21
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Erste Erkenntnisse der Sonderkommission - Augenzeuge: "Sehr viele Moldawier kletterten über den Zaun des Lagers"

Traiskirchen/Wien - Die Massenschlägerei im Flüchtlingslager Traiskirchen, an der mehr als 100 Personen beteiligt waren und die ein Todesopfer gefordert hatte, zog umfangreiche Ermittlungen nach sich. Das Bundeskriminalamt (BKA) setzte eine Sonderkommission ein, um zu klären, wie eine dermaßen große Anzahl von moldawischen Staatsbürgern ins Lager gelangen konnten.

"Mehr Moladwier an Schlägerei beteiligt als sich überhaupt im Lager aufhielten"

"Man hat schnell gesehen, dass mehr Moldawier an der Auseinandersetzung beteiligt waren, als sich überhaupt im Lager aufhielten", bestätigte BKA-Sprecher Gerhard Lang am Donnerstag. Es gehe nun darum, zu klären, wie in dermaßen kurzer Zeit eine derart große Menge an gewaltbereiten Moldawiern organisiert werden konnten. Ein Augenzeuge aus dem Lager berichtete, dass "sehr viele Moldawier über den Zaun des Lagers geklettert" seien und anschließend die zahlenmäßig deutlich unterlegenen Tschetschenen - auch Frauen und Kinder - attackiert hätten.

Organisationsstrukturen erkennen und beweisen

"Wir wollen Strukturen erkennen und beweisen. Es müssen ja nicht unbedingt kriminelle sein", so Lang. Ohne Organisation sei es jedoch sehr schwer, innerhalb kurzer Zeit rund 100 Menschen an einen Ort zu bekommen. Man stehe mit den Ermittlungen erst am Anfang, es werde sicher noch "einige Monate" dauern, bis Ergebnisse präsentiert werden können. Ereignisse wie jenes am vergangenen Samstag gelte es in Hinkunft zu verhindern. (APA)

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