Schmerzmittel können Fehlgeburt-Risiko erhöhen

15. August 2003, 02:00
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US-Studie weist auf Gefahr von Aspirin hin

London - Die Einnahme bestimmter rezeptfreier Schmerzmittel in der Schwangerschaft könnte einer Studie zufolge das Risiko von Fehlgeburten deutlich erhöhen. Entzündungshemmende, nicht-steroidale Mittel wie Ibuprofen oder Aspirin erhöhten das Risiko bei einer kalifornischen Studie an mehr als tausend Frauen um 80 Prozent, wie das "British Medical Journal" in seiner neuesten Ausgabe berichtet.

Das Risiko stieg demnach vor allem an, wenn die Medikamente zur Zeit der Empfängnis oder länger als eine Woche eingenommen wurden. Speziell bei Aspirin lag es der Studie zufolge um 60 Prozent höher. Das Schmerzmittel Paracetamol brachte den Schwangeren demnach keine Probleme.

Prostaglandin-Produktion wird unterdrückt

Schmerzmittel wie Ibuprofen und Aspirin unterdrücken genau wie Paracetamol die Produktion von Prostaglandinen, die zur richtigen Einnistung des Embryos in die Gebärmutter nötig sind. Allerdings wirken die entzündungshemmenden Schmerzmittel wie Ibuprofen und Aspirin auf den ganzen Körper, während Paracetamol nur das zentrale Nervensystem anspreche, hieß es. Das könnte nach Ansicht der WissenschafterInnen erklären, warum die Einnahme von Paracetamol das Risiko einer Fehlgeburt nicht erhöht.

Allerdings, zur Verhinderung des Schwangerschaftshochdrucks (Präeklampsie) wird gerade Aspirin eingesetzt, um schwere Komplikationen für Schwangere und Kind zu verhindern. Die Anwendung erfolgt dann am ehesten in der frühen Schwangerschaft.

Die WissenschafterInnen um De-Kun Li von der Kaiser-Stiftung in Oakland befragten 1.055 Frauen im ersten Schwangerschaftsmonat zur Einnahme von Schmerzmitteln. Sie betonten, dass die Erkenntnisse noch weiter bestätigt werden müssten. Als Vorsichtsmaßnahme sollten Frauen, die schwanger werden wollen, zum Zeitpunkt der möglichen Empfängnis auf entzündungshemmende Schmerzmittel verzichten. (APA/AFP)

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