Schweden: Euro-Gegner sind noch in der Überzahl

21. August 2003, 20:27
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Laut Umfragen sind 49 Prozent gegen gemeinsame Währung - 16 Prozent noch unentschieden

Stockholm - Die Gegner eines schwedischen Beitritts zur Euro-Währungsunion haben einen Monat vor der Volksabstimmung am 14. September bei Umfragen weiter eine klare und stabile Führung. Wie die Zeitungen "Dagens Nyheter" und "Sydsvenskan" am Donnerstag meldeten, ermittelte das Tem-Institut bei einer Erhebung (unter 1.000 Befragten) eine Mehrheit von 49 Prozent der Gegner einer Einführung der gemeinsamen EU-Währung. Dafür stimmten 35 Prozent, 16 Prozent bezeichneten sich als unentschieden.

Damit hat sich die Führung der Euro-Gegner gegenüber dem Vormonat um zwei Prozent vermindert. Der sozialdemokratische Ministerpräsident Göran Persson hatte zum Auftakt seiner Ja-Kampagne nach den Sommerferien erklärt, erst Ende August werde sich bei Umfragen erweisen, wie das wirkliche Stärkeverhältnis zwischen beiden Seiten aussehe.

Betont pessimistische Aussagen in den Medien

In mehreren führenden Medien meldeten sich dagegen namhafte Publizisten und frühere Spitzenpolitiker der Sozialdemokraten mit betont pessimistischen Aussagen über die Chancen für ein Ja sowie mit Kritik an Perssons Strategie zu Wort. Ebenfalls am Donnerstag schrieb der Schriftsteller Jan Guillou in der Zeitung "Expressen" mit Blick auf die klare Nein-Führung: "Nur ein Wunder kann Schweden jetzt noch retten."

Ex-Außenminister Sten Andersson warf Persson eine verfehlte Befürwortungs-Kampagne mit unglaubwürdigen Übertreibungen vor, die Zweifler abschrecke. Im September 200 hatte die dänische Bevölkerung bei einem Referendum die dort ebenfalls von der Regierung gewünschte Einführung des Euro bei einem Referendum abgelehnt. (APA/dpa)

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    grafik: derstandard.at
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