Irak: Drastische Ausfälle beim Ölexport

15. August 2003, 15:26
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Grund sind Stromausfälle und Diebstähle - USA vermuten Saddam noch immer in Tikrit

Tikrit - Die US-Truppen im Nordirak vermuten den gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein nach wie vor in der Umgebung seiner Heimatstadt Tikrit. "Sein Bewegungsspielraum und seine Unterstützung werden immer geringer", sagte Oberst James Hickey von der 1. Brigade der 4. Infanteriedivision am Donnerstag in Tikrit. "Wir werden ihn früher oder später kriegen", fügte er hinzu.

Der Offizier machte keine genauen Angaben darüber, worauf er seine Einschätzung stützt. Analysen der Aufklärung verbunden mit einigen logischen Überlegungen ließen darauf schließen, dass Saddam in Tikrit sei. Die Region sei seine Machtbasis gewesen und jene Leute, die ihn bis zuletzt unterstützt hätten, kämen von dort.

Saddam ist seit fünf Monaten untergetaucht, seit die US-Truppen am 9. April mit ihrem Einmarsch in Bagdad seine Regierung stürzten. Seine beiden Söhne Udai und Kusai, die Teil des Machtapparates waren, wurden im vergangene Monat von US-Soldaten bei einem Gefecht in Mossul (Mosul) erschossen.

Im Süden des Irak haben Stromausfälle zu einer drastischen Reduzierung der Ölexporte geführt. Ursache sind nach Informationen des Ölministeriums vor allem Diebstähle der kupfernen Stromkabel. "Sie stehlen es (das Kupfer) und schmuggeln es in den Iran", sagte ein Vertreter des Ministeriums. Wenn dieses Problem nicht gelöst werde, könnten die Exporte ganz unterbrochen werden.

Vom Südirak aus wurden den Informationen des Ministeriums zufolge sonst etwa 500.000 Barrel pro Tag exportiert. Derzeit seien es wegen der Einschränkungen zwischen 200.000 und 300.000 Barrel (ein Barrel sind 159 Liter).

Im Norden des Landes kommt der Export nach mehreren Anschlägen im Juni und Juli auf Ölleitungen wieder in Gang. Durch die Leitung in die Türkei kämen dort derzeit mehr als 500.000 Barrel pro Tag an, hieß es in Kreisen der türkischen Ölindustrie. Allerdings sei der Tanker-Verladebetrieb in Ceyhan noch nicht wieder voll aufgenommen worden. (APA/Reuters)

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