Explosion in Linzer Chemiefirma: Ursachensuche dauert an

17. August 2003, 14:49
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Bei dem Unglück wurden insgesamt 18 Personen verletzt - drei Verletzte sind noch im Krankenhaus - mit Ansichtssache

Linz - Die Ursache der Explosion in einer Produktionsanlage der Firma DSM-Chemie im Bereich des Chemieparks in Linz am Mittwoch war einen Tag danach noch ungeklärt. Die Untersuchungen dürften zumindest mehrere Tage in Anspruch nehmen. Bei dem Unglück waren insgesamt 18 Personen verletzt worden, davon befanden sich am Donnerstag noch drei zur Behandlung in Linzer Krankenhäusern. Es ging ihnen den Umständen entsprechend gut.

Glyoxylsäureanlage 2 - Säure zur Herstellung von Farben

Die Explosion ereignete sich in der so genannten "Glyoxylsäureanlage 2". Diese Säure ist ein Zwischenprodukt für die Herstellung von Farben, Agrochemikalien und Pharmazeutika. In der Folge brach Feuer aus, das auch auf das Gebäude übergriff, in dem die Anlage untergebracht war. Durch die hohe Druckwelle wurden zudem Nebengebäude stark beschädigt. Gefahr für die Umwelt bestand nicht.

Unfalluntersuchung

Nach dem Unfall, der Bergung der Verletzten und den Löscharbeiten wurde der betroffene Bereich abgesperrt, um die Spuren für die Unfalluntersuchung zu sichern. Experten des DSM-Konzerns reisten aus den Niederlanden zur Unterstützung der örtlichen Firmen-Mitarbeiter sowie der Ermittler der oberösterreichischen Behörden an. Zunächst wurde festgestellt, dass die Explosion im so genannten "Ozonisierungsreaktor" des Betriebes passiert war. Dadurch entstanden Risse und Lecks in einem danebenliegenden Behälter. Aus diesen trat Methanol aus, das verbrannte.

Ein baugleicher Reaktor am selben Gelände wurde aus Sicherheitsgründen abgestellt. Die Glyoxylsäureanlage dürfte mehrere Monate lang ausfallen. Dass der Schaden zwischen 50 und 70 Millionen Euro beträgt, konnte die Firma vorerst nicht bestätigen. (APA)

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