Pflegerl und die Deckelung eines Etats

19. August 2003, 20:00
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Klagenfurts Stadttheater im Clinch mit Canori

Klagenfurt - Klagenfurts neuer Kulturreferent Mario Canori (FP) verlangt dem Stadttheater ein rigoroses Sparprogramm ab. Sein Vorschlag: Das Theaterbudget soll bis 2007 "eingefroren" werden. Dazu Stadttheater-Intendant Dietmar Pflegerl gegenüber dem STANDARD: "Ich hab ihm gesagt, das würde den Tod des Stadttheaters bedeuten. Die Streichung der Inflationsabgeltung würde zunächst die Schließung des Studios sowie Personalkürzungen bedeuten. Danach müssten wir die Rücklagen auflösen, unsere Produktionen von derzeit elf auf fünf reduzieren - und 2007/08 wäre der fehlende Betrag schließlich auf Höhe eines Drittels vom Gesamtbudget angestiegen. Wir müssten Orchester samt Chor entlassen. Canori hat das eingesehen und uns einen Kompromiss angeboten."

Der lautet: halbe Inflationsabgeltung. Dazu Pflegerl: "Ein Tod auf Raten! Man soll offen aussprechen, was das Wort ,Einfrieren' in Wahrheit bedeutet. Die Konsequenz ist, dass die Qualität absinkt und das Theater in der Bedeutungslosigkeit versinkt."

Pflegerls Konsequenz - auch hinsichtlich des aktuellen Grease-Flops auf der Seebühne und der vorausgegangenen Ausbootung des Stadttheaters: "Ein offensichtliches Desaster. Die Falco-Produktion von Elmar Ottenthal ist in Konkurs geschlittert, Semmelmann hat heuer mit Grease einen weiteren Flop produziert. Dabei sind das keine Eigen-, sondern abgespielte Tourneeproduktionen. Das Ganze kostet dem Steuerzahl gleich viel, wenn nicht mehr. Und das Image der Seebühne ist nachhaltig zerstört." Pflegerl winkt hingegen mit einem eigenen Puccini-Sommerfestival 2005. (DER STANDARD, Printausgabe vom 16./17.8.2003)

Von
Elisabeth Steiner
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    Dietmar Pflegerl

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