Gemeinsames Verteidigungssystems der Westbalkan-Staaten

15. August 2003, 16:55
3 Postings

Vorschlag Belgrads: Militärzusammenarbeit würde Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien-Montenegro, Mazedonien und Albanien umfassen

Belgrad - In Belgrad ist die Errichtung eines gemeinsamen Verteidigungssystems der Westbalkan-Staaten vorgeschlagen worden, berichtete am Donnerstag die Tageszeitung "Blic". Nach den Worten des Sicherheitsberaters des serbisch-montenegrinischen Staatschefs, Blagoje Grahovac, würde eine Militärzusammenarbeit Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Serbien-Montenegro, Mazedonien und Albanien erfassen.

In der ersten Phase solle laut Grahovac, von dem der Vorschlag stammt, ein gemeinsames Bataillon gebildet werden, dessen Angehörige im Kosovo den internationalen Friedenstruppen KFOR untergeordnet sein würden. Das Bataillonskommando würde von den NATO-Offizieren besetzt werden. Die Westbalkan-Staaten sollen in dem Bataillon entsprechend ihrer Bevölkerungsgröße vertreten sein.

Später auch gemeinsame Brigade und bis zu 15.000 Mann-starkes Korps

Später soll nach gleichem Prinzip zuerst eine gemeinsame Brigade und danach auch ein gemeinsames Korps mit bis zu 15.000 Mann entstehen. Als Projektkoordinator würde die NATO fungieren, als Subkoordinatoren sowohl der Südosteuropa-Sicherheitspakt wie auch Slowenien und Griechenland, erläuterte Grahovac seinen Vorschlag gegenüber dem Blatt.

Als einstiger jugoslawischer General hat Grahovac einen guten Einblick in die Verhältnisse beim Militär Serbien-Montenegros. Die jüngsten Personalveränderungen beim Militär, als gut 300 Offiziere des Amtes enthoben worden waren, durften Medienberichten zufolge größtenteils auf seine Ratschläge zurückgehen. Grahovac, der einen wesentlichen Militärabbau befürwortet, war in den späten neunziger Jahren Sicherheitsberater des damaligen montenegrinischen Präsidenten Milo Djukanovic. (APA)

Share if you care.