Studie zu Umweltsteuern

18. August 2003, 11:27
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Brüssel - Die Bemühungen der EU zur Verschiebung der Steuerlast von der Arbeit zur Umwelt haben erste Erfolge gebracht. Die Einnahmen aus Umweltsteuern haben sich in der EU seit 1980 mehr als vervierfacht, wie aus einer jetzt veröffentlichten Studie der beiden Wirtschaftswissenschafter Ulf Johansson und Claudius Schmidt-Faber hervorgeht. Sie kletterten in den vergangenen zwanzig Jahren von 39,5 auf 182,5 Mrd. Euro. Allerdings hat sich das Wachstum der Öko-Steuern in den vergangenen Jahren wieder etwas verlangsamt und in letzter Zeit ging ihr Anteil an den gesamten EU-Steuererträgen sogar leicht zurück.

"Vorreiter" bei der Einführung der grünen Steuerreformen waren Dänemark, Deutschland, Italien, die Niederlande, Österreich, Schweden und Großbritannien. Portugal und Finnland planen demnächst ähnliche Maßnahmen. Frankreich bildet im EU-Vergleich das Schlusslicht.

Energiesteuern führend

Die mit Abstand wichtigsten Umweltabgaben in der EU sind die Energiesteuern. Sie erbrachten im Jahr 2001 182 Mrd. Euro, was mehr als drei Viertel der EU-Umweltsteuern und immerhin 5 Prozent aller EU-Steuern entspricht. An zweiter Stelle kamen nicht energiebezogene Verkehrssteuern. Sie spülten immerhin noch 49 Mrd. Euro in die Kassen der Steuerämter. Die Abgaben auf Umweltverschmutzung und auf Ressourcenverbrauch erreichten demgegenüber nur relativ bescheidene 4,4 und 1,7 Mrd. Euro. Insgesamt beliefen sich die Einnahmen aus Umweltsteuern EU-weit auf 238 Mrd. Euro oder 6,5 Prozent der gesamten Einnahmen aus Steuern und Sozialabgaben und 2,7 Prozent des Bruttoinlandprodukts.

Zwischen 1980 und 2001 nahmen die Ökosteuern EU-weit um beeindruckende 335 Prozent zu. Der von vielen Ökonomen begrüßte Trend, statt der Arbeit die Umwelt zu besteuern, war vor allem in den 90er Jahren ausgeprägt. Grüne Steuerreformen haben einerseits zum Ziel, die Umweltbelastung zu vermindern, andererseits tragen sie infolge verringerter Arbeitskosten auch zur Beschäftigung bei. Dass der Anteil der Umweltsteuern an den gesamten EU-Steuererträgen zuletzt leicht zurück gegangen ist, erklären sich Johansson und Schmidt-Faber einerseits mit der Rezession, andererseits aber auch mit einer verminderten Popularität des Umweltschutzes. Mit neuen Initiativen will die EU in den kommenden Jahren die ökologische Steuerreform wieder in Schwung bringen. (APA)

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