Oberster Verteidigungsrat erwägt Situation im Kosovo

15. August 2003, 15:02
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Nach einer Reihe von Zwischenfällen in Provinz und administrativer Grenze

Belgrad - Der oberste Verteidigungsrat Serbien-Montenegros ist in Meljine bei Herceg-Novi (Kotor-Bucht) zusammengekommen, um über die "Eskalation terroristischer Angriffe im Kosovo und an der administrativen Grenze" zwischen Serbien und der Provinz zu beraten. Die Sitzung der obersten Militärführung, deren Mitglieder die Präsidenten des Staatenbundes und der zwei Mitgliedstaaten (Serbien und Montenegro) sind, ist seitens des Staatschefs Svetozar Marovic nach dem Überfall vom gestrigen Mittwoch auf eine Gruppe serbischer Kinder unweit von Pec einberufen worden.

Der Verteidigungsminister des Staatenbundes, Boris Tadic, hat indes sowohl die Behörden wie auch die Serben-Gemeinschaft im Kosovo zur Zurückhaltung aufgefordert und auch eventuelle voreilige Reaktionen des Militärs ausgeschlossen. Das Militär werde keineswegs zum Destabilisationsfaktor werden, präzisierte der Minister.

Sicherheitskräfte gefordert

Belgrad hatte in der vergangenen Nacht eine dringliche Sitzung des UNO-Sicherheitsrates beantragt und darauf hingewiesen, dass in den letzten vier Jahren kein einziger "zwischenethnischer" Überfall im Kosovo aufgeklärt worden sei.

Ob Belgrad nun auch erneut die Stationierung von bis zu 1.000 serbischen Ordnungshütern, die laut der UNO-Resolution Nr. 1244 vom Juni 1999 den Schutz von serbischen Denkmälern in der Provinz sichern sollen, beantragen wird, bleibt vorerst unklar. Kosovo-Serben haben in den vergangenen vier Jahren wiederholt die Rückkehr der Belgrader Sicherheitskräfte in die Provinz zum Schutz der Serben-Enklave gefordert. (APA)

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