Roter Spott über grüne "Befindlichkeit"

15. August 2003, 20:11
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SP-Chef Gusenbauer kontert: Einige Grüne haben sich schon in Ministersesseln gesehen und daher fällt Rückkehr in Opposition schwer

Wien - Die Differenzen zwischen SPÖ und Grünen wegen der vermeintlichen Annäherung der Sozialdemokraten an die Freiheitlichen gehen weiter. Nach teils heftiger Kritik an der SP-Linie unter anderem von Grünen-Bundessprecher Alexander Van der Bellen und seiner Stellvertreterin Eva Glawischnig war es am Donnerstag an SP-Chef Alfred Gusenbauer, zur spöttischen Gegenattacke auszuholen. "Für die Befindlichkeitsprobleme der Grünen muss man Verständnis haben". Schließlich hätten sich einige schon bei den Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP in Ministersesseln gesehen und täten sich jetzt schwer, in die Oppositionsrolle zurückzukehren, so Gusenbauer bei einer Pressekonferenz.

Gusenbauer: Einige treten noch als "Helfershelfer der ÖVP" auf

Der SP-Vorsitzende vermutet, dass einige Grün-Politiker aus allen Wolken gefallen sind, als die Verhandlungen mit der Volkspartei gescheitert waren. Nun möge es sein, dass einige noch immer als "Helfershelfer der ÖVP" auftreten. Nur wegen einer gewissen Schwierigkeit jener Grünen, die sich gern in einem Ministersessel gesehen hätten, wolle er aber nicht ableiten, dass es einen generellen Strategiewechsel der kleinen Oppositionspartei gegeben habe.

SP-Chef lobt eigene Partei

Mit der Performance der eigenen Partei ist Gusenbauer jedenfalls unverändert sehr zufrieden. Die SPÖ sei derzeit die einzige Partei, die es schaffe, inhaltliche Konzepte vorzulegen. Die ÖVP habe dagegen mit der Ablehnung der Steuerreform 2004 bereits ihr drittes zentrales Wahlversprechen gebrochen. Denn zuvor seien schon entgegen früheren VP-Ankündigungen die Eurofighter aus dem Budget finanziert und das Pensionsalter angehoben worden. (APA)

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    Spöttische Gegenattacke des SPÖ-Chefs: "Für die Befindlichkeitsprobleme der Grünen muss man Verständnis haben".

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