Deutsche Musikindustrie einigt sich auf Internet-Plattform

18. August 2003, 17:53
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Illegalen Online-Musiktauschbörsen soll entgegengewirkt werden

Köln - Rechtzeitig zur Musikmesse Popkomm in Köln hat sich die deutsche Musikindustrie nach langwierigen Verhandlungen auf die Gründung einer gemeinsamen Internet-Plattform geeinigt. Ab Herbst können Nutzer nun Musiktitel von nationalen und internationalen Künstlern gegen eine Gebühr aus dem Internet herunterladen, gab der Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft am Donnerstag bekannt.

Mit der Initiative will die Branche den illegalen Online-Musiktauschbörsen begegnen, die Songs kostenlos zum Download anbieten und den Musikkonzernen und unabhängigen Labels damit das Geschäft kaputt machen. Die Plattform unter dem Arbeitstitel "Phonoline", die das Angebot aller deutschen Musikkonzerne umfassen soll, wird dabei nicht auf einer eigenen Internetseite präsentiert, sondern in Auftritte zum Beispiel von RTL oder Viva integriert.

"Steigenden Teil unserer Umsätze"

Seit fast zwei Jahren arbeiteten die deutschen Musikfirmen wie BMGÄBERT.ULÜ und edel music und die deutschen Töchter der internationalen Konzerne wie Universal oder EMI an diesem Projekt, das auch als Modell für die internationale Zusammenarbeit der Musikindustrie gedacht ist. An Differenzen über den technischen Dienstleister drohte Phonoline zuletzt zu scheitern. Nun einigten sich die Beteiligten auf die Deutsche Telekom.

"Der Musikvertrieb im Internet wird einen steigenden Teil unserer zukünftigen Umsätze bilden. Das erfordert zwar enorme Anfangsinvestitionen, wir sind aber zuversichtlich, mit diesem attraktiven Angebot in den nächsten Jahren auch ökonomisch erfolgreich zu sein", erklärte Phonoverbands-Chef Gerd Gebhardt.

Die bisherigen Versuche einzelner Musikkonzerne für ein legales Internet-Downloadangebot haben vor allem wegen des begrenzten Repertoires von meist nur einem Label wenig Erfolg gehabt. Der US-Computerkonzern Apple hatte im April einen Dienst mit mehr als 200.000 Titeln der fünf großen Musikkonzerne gestartet. In den ersten acht Wochen wurden mehr als fünf Millionen Titel für je 99 Cent heruntergeladen. (APA/Reuters)

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