René Jacobs bleibt Innsbruck erhalten

19. August 2003, 11:45
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Leiter der Festwochen verlängert Vertrag bis 2009 und kündigt für 2004 zwei "total unbekannten" Opern an

Innsbruck - René Jacobs bleibt bis 2009 künstlerischer Leiter der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Sein seit 1996 laufender Vertrag wurde um weitere fünf Jahre verlängert, erklärte die Innsbrucker Bürgermeisterin Hilde Zach (V) bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Erste Einblicke in das voraussichtliche Festwochenprogramm 2004 gewährte Jacobs, der Aufführungen von zwei "total unbekannten" Opern von Antonio Sartorio und Francesco Cavalli ankündigte.

"Nachdem nun zwei Jahre lang sehr bekannte Opern am Programm standen, soll nun weniger Bekanntes gezeigt werden", erklärte der Countertenor und Dirigent Jacobs. Es handle sich dabei um zwei venezianische Opern aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts: "Giulio Cesare in Egitto" von Sartorio und "L'Eliogabalo" von Cavalli. Beide Opern würden ein Thema aus der römischen Geschichte behandeln, seien dabei aber sehr verschieden, sagte Jacobs.

"L'Eliogabalo" sei seine letzte und eine "fast strenge" Oper von Cavalli gewesen, sagte der künstlerische Festwochenleiter. In dem Stück gebe es "fantastische Lamentos", Koloraturen würden "fast nur als Ausnahme" vorkommen. Die Oper war der Zensur des venezianischen Senats zum Opfer gefallen.

In Coproduktion mit Brüssel soll "L'Eliogabalo", die bisher nur bei einer kleinen Aufführung in Italien gezeigt worden sei, nun erstmals in größerem Rahmen zu sehen sein. Die Premiere werde noch vor den Innsbrucker Festwochen 2004 im Mai in Brüssel stattfinden, sagte Jacobs.

Im Vergleich zu Cavallis "L'Eliogabalo" sei "Giulio Cesare in Egitto" von Sartorio "viel moderner". Die Opernrarität sei "voll mit Koloraturen und vielen Arien" und soll von Attilio Cremonesi dirigiert werden. Weiters kündigte Jacobs an, dass nach dem Umbau der Jesuitenkirche bei den Innsbrucker Festwochen 2004 dort ein Konzert zu hören sein werde, "wenn die Akustik schön wird". Das französische Jesuitendrama "David et Jonathas" von Antoine Chapentier werde in der Kirche eventuell 2005 auf dem Programm stehen.

Bei den 27. Innsbrucker Festwochen 2003, die noch bis 23. August laufen, finden und fanden unter anderem vier Opernaufführungen, 17 Konzerte, ein internationales Symposium und ein Renaissancefest statt. (APA)

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    René Jacobs

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