Der 11. September und die "Hamburger Zelle"

17. August 2003, 15:42
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Die Piloten und ihre Unterstützer

Hamburg - Schon kurz nach den Terror-Anschlägen am 11. September 2001 USA konzentrierten sich die Ermittlungen auf Hamburg. Derzeitiger Stand: Drei der vier Terror-Piloten und mindestens sechs Unterstützer gehörten zur "Hamburger Zelle".

In Hamburg lebten die Todes-Piloten Mohammed Atta, Marwan Alshehhi und Ziad Jarrah. Vier Helfer sind gefasst: Mounir El Motassadeq, Abdelghani Mzoudi, Ramzi Binalshibh und Mohammed Haidar Zammar.

Gesucht werden noch die mutmaßlichen Unterstützer Said Bahaji und Zakaria Essabar. Zentrale der Hamburger Zelle soll eine Wohnung im Stadtteil Harburg gewesen sein. Einige Mitglieder wohnten dort auch.

Die Piloten:

Mohammed Atta, geboren am 1. September 1968 in Ägypten, gilt als Anführer der Terrorpiloten. Er soll eine der insgesamt vier entführten Passagiermaschinen in den Nordturm des World Trade Centers in New York gesteuert haben. Der Student Atta gründete an der Technischen Universität Hamburg-Harburg eine Islam-Arbeitsgruppe.

Marwan Alshehhi, geboren am 9. Mai 1978, war vermutlich Pilot der Maschine, die den Südturm des World Trade Centers traf. Er stammte aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, war ein enger Vertrauter Attas und kam 1996 mit einem Militär-Stipendium nach Deutschland.

Ziad Jarrah, geboren am 11. Mai 1975, war vermutlich Pilot der bei Pittsburgh abgestürzten Maschine. Der Libanese begann 1996 einen Sprachkurs in Deutschland und studierte in Hamburg Flugzeug-Bau.

Die Unterstützer:

Mounir El Motassadeq, geboren 3. April 1977, Student aus Marokko, war mit den drei Hamburger Todes-Piloten eng befreundet. Unter dem Vorwurf, die Gruppe logistisch unterstützt zu haben, wurde er am 28. November 2001 festgenommen. Im weltweit ersten Prozess um die Terror- Anschläge wurde er am 19. Februar 2003 in Hamburg verurteilt wegen Beihilfe zum Mord in mehr als 3000 Fällen und wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu 15 Jahren Haft. Motassadeq bestreitet, in die Pläne der Attentäter eingeweiht gewesen zu sein. Er hat vor dem Bundesgerichtshof Revision gegen das Urteil beantragt.

Abdelghani Mzoudi, geboren 6. Dezember 1972, stammt aus Marokko. Am 10. Oktober 2002 wurde er in Hamburg wegen dringenden Verdachts der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung verhaftet. Er soll zu der Gruppe um Atta enge Beziehungen unterhalten und sie logistisch unterstützt haben. Mit mehreren anderen Mitgliedern der Hamburger Zelle soll er zur militärischen Ausbildung in Afghanistan gewesen sein. Sein Prozes begann an diesem Donnerstag. Wie El Motassadeq werden ihm Beihilfe zum Mord in mehr als 3000 Fällen und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.

Ramzi Binalshibh, geboren am 1. Mai 1972, stammt aus dem Jemen. Er wurde am 11. September 2002 in Pakistan festgenommen und kam in US- amerikanische Haft. Der mutmaßliche Helfer der Todes-Piloten hatte sich kurz vor dem 11. September 2001 aus Hamburg abgesetzt. Er war 1995 mit falscher Identität als Asylbewerber nach Deutschland eingereist. 1998 tauchte er unter. Wahrscheinlich sollte er als fünfter Entführer an Bord der in Pennsylvania abgestürzten Maschine gehen. In einem Video bezeichnete sich Binalshibh selbst als einer der Koordinatoren des 11. September.

Mohammed Haidar Zammar: Der 43 Jahre alte Deutsch-Syrer gilt als Statthalter Bin Ladens in Hamburg und als Kontaktperson der Attentäter. Der Autoschlosser soll mehrere Mitglieder der Hamburger Zelle zur militärischen Ausbildung in El-Kaida-Lager in Afghanistan vermittelt haben. Nach vorübergehender Festnahme verschwand Zammar Ende Oktober 2001 nach Marokko. Dort wurde er verhaftet und an Syrien ausgeliefert wurde. Angeblich haben US-Behörden Zugang zu Zammar.

Said Bahaji, geboren am, 15. Juli 1975 in Deutschland, gehörte wahrscheinlich zu den engsten Vertrauten Attas. Ermittler bezeichnen ihn als Chef-Logistiker der Hamburger Gruppe. Der Sohn einer Deutschen und eines Marokkaners studierte in Hamburg Elektrotechnik. Kurz vor den Attentaten verschwand er, möglicherweise nach Pakistan. Er wird mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Zakariya Essabar, geboren am 3. April 1977, kam 1997 aus Marokko nach Deutschland und studierte ab 1998 in Hamburg Medizin-Technik. Vermutlich im August 2001 verschwand er aus Hamburg. Essabar war möglicherweise als Ersatzmann für Binalshibh vorgesehen. Er bekam jedoch kein Visum für die USA. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Terroranschläge vom 11. September 2001

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