Hitzerekord bei Bakterien

14. August 2003, 20:00
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Kleine Mikrobe vermehrt sich noch bei 121 Grad

Washington - Eine kleine Mikrobe am Grund des Pazifiks hält Temperaturen von 130 Grad Celsius aus - so viel wie kein anderes bekanntes Lebewesen. Bei 121 Grad und damit weit über der Siedetemperatur von Wasser vermehrt es sich noch munter. US-Biologen haben das Bakterium in einer heißen Unterwasserquelle (black smoker) im pazifischen Ozean entdeckt und stellen es im US-Wissenschaftsmagazins "Science" (Bd. 301, S. 934) vom Freitag vor. Zum Vergleich: Medizinisches Gerät wird bei 121 Grad Celsius keimfrei gemacht.

Die Forscher um Kazem Kashefi und Derek R. Lovley hatten das Bakterium bei rund 100 Grad Celsius aus einer bis zu 300 Grad heißen, mineralhaltigen Unterwasserquelle am Juan de Fuca-Rücken im Pazifik isoliert und dann in eine eisenoxid-haltige Flüssigkeit gegeben. In der Lösung war daraufhin eine Eisenreduktion von Eisen III aus Eisen II messbar. Dies ist nach Ansicht der Forscher ein weiterer Hinweis dafür, dass dieser Elektronentransport die erste Form einer mikrobiellen Atmung gewesen sein könnte und die einfachsten Lebensformen durch Reduktion von Eisen Energie gewannen.

Menschen müssen vor dem noch unbenannten Bakterium keine Angst haben. Bei Temperaturen unter 85 Grad vermehren sich die Mikroben nicht mehr. (APA/dpa)

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