Badende auf Sardinien flüchteten vor Waldbrand

15. August 2003, 21:57
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Größter Waldbrand in der Schweiz unter Kontrolle - auch Feuer in Spanien, Portugal und Frankreich flammen immer wieder auf

Wien - Die Besucher mehrerer Strände auf Sardinien sind am Donnerstag mit Booten vor herannahenden Waldbränden geflohen. Wie ein Sprecher der Präfektur Sassari mitteilte, wurden rund hundert Badende und etwa tausend Bewohner mehrerer Dörfer zwischen Olbia und dem Golf von Aranci in Sicherheit gebracht. In der Gegend machen viele Prominente Ferien. Die größten Brände seien zwar unter Kontrolle gebracht worden, "es brennt aber immer noch", sagte Pietro Farci.

Auch bei Imperia an der Ligurischen Küste und im Piemont brannte es. Die meisten Brände in Italien wurden absichtlich gelegt, um das Land als Bauland oder für die Landwirtschaft nutzen zu können.

Temperaturen in Italien bleiben weiterhin bei 40 Grad

Zugleich gingen erste Gewitterschauer über Norditalien nieder. Sie brachten aber zunächst nicht die erhoffte Abkühlung. In weiten Teilen Italiens blieb es weiter fast 40 Grad heiß. Über 50 alte und kranke Menschen starben in den vergangenen Tagen an den Folgen der Hitzwelle, die seit Juni dauert. Viele Krankenhäuser sind überfüllt mit älteren Patienten, die an Kreislaufschwäche und Atembeschwerden leiden.

Größter Waldbrand in der Schweiz unter Kontrolle

In der Schweiz gingen bei einem vermutlich von einer Zigarette ausgelösten Brand in der Nacht auf Donnerstag 450 Hektar Wald in Flammen auf. Am Donnerstag konnte das Feuer im Kanton Wallis nach Polizeiangaben unter Kontrolle gebracht werden. Es war der bisher schwersten Waldbrand in der Schweiz.

Neue Brände in Spanien

In Spanien brachen im Nordosten des Landes im Hinterland der Costa Brava, in den katalonischen Provinzen Gerona und Barcelona, mehrere neue Brände aus. Fast 3.000 Menschen mussten aus ihren Wohnungen in Sicherheit gebracht werden. Evakuierungen gab es vor allem in den Gemeinden Llagostera, Macanet, Tordera und Olerdola. Die Autobahn, die von Barcelona nach Frankreich führt, wurde vorübergehend gesperrt.

Portugal: Opfer stiegen auf 17 In Portugal sind am Donnerstag zwei Menschen an den Folgen von Verletzungen aus den Waldbrandgebieten gestorben. Eine Frau sei an ihren Brandwunden erlegen, die sie sich am Wochenende zugezogen hatte, als sie Feuerwehrleuten bei Löscharbeiten in der Nähe ihres Hauses helfen wollte.

Am Morgen war in einem Lissaboner Krankenhaus ein Feuerwehrmann gestorben, der zwei Wochen zuvor schwere Verbrennungen erlitten hatte. Mit den jüngsten Opfern stieg die Zahl der Waldbrandtoten auf 17, wie der Radiosender TSF berichtete. Die Waldbrände dauerten am Donnerstag in sieben der 18 Festlandsprovinzen Portugals an. (APA)

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    Löscheinsatz bei Waldbrand in der Schweiz

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