Finanzmarktaufsicht prüft VA Tech-Aktienverkauf nur "routinemäßig"

18. August 2003, 16:11
1 Posting

Untersuchung läuft nicht wegen "pre-arranged trade"

Wien - Die Finanzmarktaufsicht (FMA) prüfe den Aktienverkauf der ÖIAG und der Deutschen Bank von 9 Prozent des VA-Tech-Kapitals nicht auf den Verdacht vorhergehender Preisabsprachen ("pre-arranged trade"), sagte ÖIAG-Sprecherin Viktoria Kickinger Mittwochabend zur APA. Die FMA untersuche vielmehr "jede Transaktion, die eine gewisse Größe übersteigt". "Einen pre-arranged trade hat es nie gegeben", betonte Kickinger.

Wie FMA-Pressesprecher Klaus Grubelnik dieser Tage mitteilte, schaue sich die FMA grundsätzlich alle auffälligen Transaktionen an der Wiener Börse an. Beim VA Tech-Deal bestehe die Auffälligkeit darin, dass ein riesiges Verkaufsvolumen (1,3 Millionen VA Tech-Aktien) an einem einzigen Tag zu keiner besonderen Kursbewegung geführt habe.

1.291.240 Stück in vier Sekunden

Wie berichtet, wanderten in vier Sekunden 1.291.240 Stück VA Tech-Aktien durch den Börsecomputer. Der Kurs der VA Tech ging in diesem Augenblicksmoment nur marginal von 24,91 auf 24,60 Euro zurück. Zu diesem Kurs, dem Tagestiefstwert, wurde auch der größte Einzelblock von 801.490 Aktien platziert. Der Tageshöchstwert von 25,45 Euro wurde knapp vor Börseschluss erreicht.

Beobachter schließen nun nicht aus, dass die Aktienpakete bereits im Vorfeld an verschiedene Abnehmer fix zugesagt worden sein könnten. Investoren, die nicht zum Kundenkreis der Deutschen Bank gehörten, die von der ÖIAG mit dem Verkauf des 9-Prozent-Pakets beauftragt worden war, hätten damit keine Chance gehabt, zum Zug zu kommen.

Im Börsejargon spricht man in solchen Fällen von "pre-arranged trades", die laut Paragraf 48 des Börsegesetzes untersagt sind. (APA)

Share if you care.