Argentinische Haftbefehle gegen Iraner wegen antisemitischem Attentat

15. August 2003, 16:20
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Bundesrichter: "Fehlende Kooperationsbereitschaft von Teheran"

Buenos Aires/Teheran - Ein argentinischer Bundesrichter hat am Mittwoch internationale Haftbefehle gegen acht Iraner, darunter der frühere Botschafter Teherans in Buenos Aires, Hadi Soleimanpur, erlassen. Die acht Männer sollen am Anschlag auf das jüdische Kulturzentrum AMIA im Jahr 1994 in Buenos Aires beteiligt gewesen sein, bei dem 85 Menschen getötet wurden. Das meldeten die argentinischen Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Angaben aus Justizkreisen und den Präsidenten des Dachverbands jüdischer Organisationen in Argentinien DAIA, Jose Hercman.

Bundesrichter Juan Jose Galeano habe in seinem Bericht auch fehlende Kooperationsbereitschaft des Iran bei den Ermittlungen moniert. Daher wolle Hercman den argentinischen Außenminister Rafael Bielsa bitten, diplomatische Maßnahmen gegen den Iran zu ergreifen.

Teheran: Justiz handelt nach israelischem Befehl

Die iranische Regierung hat die Maßnahme des argentinischen Bundesrichters als unbegründet kritisiert. Die Maßnahmen seien politisch motiviert und die argentinische Justiz handle auf israelischen Befehl, sagte Außenamtssprecher Hamid Reza Assefi nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA am Donnerstag in Teheran. (APA/dpa)

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    85 Menschen starben beim Attentat auf die AMIA am 18. Juli 1994 im Zentrum von Buenos Aires.

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