Hypo wird Herausgeberin

17. Februar 2014, 17:01
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Kroatische WAZ-Beteiligung in Schieflage

Zagreb - Die Kroatien-Tochter der Hypo Alpe Adria wird Eigentümerin des größten kroatischen Zeitungsverlags EPH. Die Bank will Forderungen in Höhe von 257 Mio. Kuna (33,58 Mio. Euro) in einen Eigentumsanteil von 90 Prozent umwandeln, berichtete der kroatische Rundfunk HRT. Das Medienhaus, zu dem die Zeitungen Jutarnji list und Slobodna Dalmacija gehören, befindet sich im Vorkonkursverfahren.

Bei der Hypo in Zagreb schließt man den Einstieg ins Zeitungsgeschäft aus: "In diesem Fall ist die Absicht der Hypo nur zu ermöglichen, dass ein neuer Investor gefunden wird, um EPH die weitere Geschäftstätigkeit zu ermöglichen", hieß es. Insgesamt hat EPH 428 Mio. Kuna Schulden, unter den Gläubigern befinden sich auch eine Raiffeisen- und eine UniCredit-Tochter. Laut dem kroatischen Fernsehen HTV ist die Immobilie der EPH in Zagreb lediglich 118 Millionen Kuna wert.

Kroatische Medien verknüpften die Rettungsversuche für die EPH durch den Staat mit einem Naheverhältnis zwischen dem Finanzminister der jetzigen Mitte-links-Regierung, Slavko Linic, und dem Hälfte-Eigentümer des Zeitungsverlages, Ninoslav Pavic. Der Fall beschäftigte auch die Korruptionsstaatsanwaltschaft Uskok.

Die Europapress Holding ist je zur Hälfte im Eigentum von Pavic und der deutschen WAZ. Sie gab keinen Kommentar ab. (red; APA, DER STANDARD, 18.2.2014)

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