Fernsehmarkt "ein Stück entzerren"

17. Februar 2014, 16:50
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Neun Prozent mehr Umsatz, acht Prozent mehr Kunden in einem Jahr sind bei größeren traditionellen Medien in Österreich eher rar. Abosender Sky legte 2013 so zu - und beobachtet ORF-Pläne skeptisch

Wien - Die Geschichte des Abofernsehens in Deutschland und Österreich war vor allem zäh. Leo Kirchs DF1, Premiere und Sky waren vor allem für die Eigner abermillionenschweres Pay-TV.

Medienmulti Rupert Murdoch hält inzwischen die Mehrheit an Sky Deutschland. Sein Statthalter Brian Sullivan verkündete erstmals ein operatives Plus: vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen 35 Millionen Euro (Ebitda).

Ergebnisse für Österreich verrät Kai Mitterlechner, Sky-Manager in Wien, auf STANDARD-Anfrage nicht. "Sie können davon ausgehen, dass wir unseren Teil beigetragen haben." 2012 lag das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von Sky Österreich noch bei minus 9,25 Millionen.

Der Umsatz hier legte 2013 um 10,9 Millionen auf 137,7 Millionen Euro zu. Mit Jahresende 2013 hatte die Bezahlplattform nach eigenen Angaben 319.400 Abonnenten, das sind 23.900 mehr als ein Jahr zuvor.

Elektronischer Programmführer

Mitterlechner führt das neben üppigem Serien- und Filmangebot und Livesport zurück auf Abrufservices wie Sky+, Sky Go und Sky Any-time. Sky sei die weitaus größte Online-Abrufplattform in Deutschland und Österreich.

Der ORF plant heuer eine Kombination aus elektronischem Programmführer, Social-Media-Programmempfehlungen und Abruf, Stichwort: Social TV.

Sky beschwerte sich in den 2000er-Jahren bei der EU über das Wettbewerbsverhalten des ORF. Gegen Social TV sei derzeit nichts geplant, sagt Mitterlechner. Er gehe davon aus, dass der ORF keine Kaufprogramme kostenpflichtig vermarkte. „Wir schauen uns alles an, von dem wir glauben, dass es eine ohnehin starke Marktposition verstärken könnte." Den ORF beobachte man grundsätzlich „mit Skepsis". Der Fernsehmarkt hier sei „privat noch nicht voll entwickelt". Sky sei dabei, wenn man ihn „ein Stück weit entzerren kann". Sky beherrscht selbst den Abofernsehmarkt.

Bis 2016/17 liegen die TV-Windersportrechte des ÖSV beim ORF. Auf die nächste Ausschreibung sei Sky "gespannt" - weil "immer an exklusiven Rechten interessiert". (red, DER STANDARD, 18.2.2014)

  • Starkes Standbein Sport (hier: deutsche Bundesliga): Sky will in Österreich um TV-Wintersportrechte mitbieten - wenn der ÖSV-Vertrag mit dem ORF 2016/17 ausläuft. 
    foto: reuters/ina fassbender/

    Starkes Standbein Sport (hier: deutsche Bundesliga): Sky will in Österreich um TV-Wintersportrechte mitbieten - wenn der ÖSV-Vertrag mit dem ORF 2016/17 ausläuft. 

  • Sky-Manager in Österreich: Mitterlechner.
    foto: sky österreich

    Sky-Manager in Österreich: Mitterlechner.

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